Azurcichlide „Marmalade Cat OB“, Sciaenochromis fryeri, ca. 6,0-8,0 cm
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Azurcichlide „Marmalade Cat OB“, Sciaenochromis fryeri, ca. 6,0-8,0 cm
| Deutscher Name: | Azurcichlide „Marmalade Cat OB“ |
| Wissenschaftlich: | Sciaenochromis fryeri |
| Synonyme: | Azurcichlide, Electric Blue Hap, Azur-Malawi-Cichlide, Marmalade Cat OB, Sciaenochromis fryeri OB |
| Herkunft: | Malawisee (Ostafrika); Marmalade Cat OB ist eine Zuchtform in Orange-Blotch-Färbung |
| Gesellschafts-Aquarium: | Harem mit 1 Männchen und 2–3 Weibchen; mit nicht zu kleinen Nicht-Mbuna vergesellschaftbar |
| Wasserwerte: | pH 7,5–8,5; GH ca. 5–15 °dH; KH ca. 7–12 °dH; hartes, alkalisches Wasser |
| Temperatur: | 24–26 °C |
| Beckengröße: | ab ca. 400 Liter, mindestens 150 cm Kantenlänge |
| Bepflanzung: | Pflanzen meist verzichtbar; Sand, Felsaufbauten, Höhlen und freier Schwimmraum wichtig |
| Futter: | Fleischfresser; proteinreiches Frost- und hochwertiges Trockenfutter |
| Geschlechts-Unterschiede: | Wildform: Männchen leuchtend blau, Weibchen graubraun; bei der OB-Form bei 6–8 cm nicht sicher erkennbar |
| Zucht möglich: | Weibchen sind Maulbrüter; Aufzucht der Jungen im Aquarium gut möglich |
| Maximale Größe: | meist ca. 12–18 cm; Weibchen etwas kleiner |
| Liefergröße: | ca. 6,0-8,0 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | Nicht empfehlenswert: Räuber, Jungtiere sicher Beute, auch adulte Garnelen gefährdet |
Herkunft von Azurcichlide „Marmalade Cat OB“ (Sciaenochromis fryeri)
Die Azurcichlide Sciaenochromis fryeri stammt aus dem Malawisee in Ostafrika und gilt dort als weit verbreitet. Sie lebt an felsigen Küstenabschnitten, vor allem im Übergangsbereich zwischen Fels und Sand, in Tiefen von grob 10 bis 40 Metern. Von dort aus geht sie als Lauerjäger auf Beutefang: Sie verharrt in Höhlen und Felsspalten und schnappt sich Jungfische von Mbuna und anderen Haplochromis-Arten. Als Aquarienfisch ist sie in Deutschland seit den 1970er-Jahren bekannt, wissenschaftlich beschrieben wurde sie jedoch erst 1993 durch Ad Konings. Lange wurde sie mit der selteneren, heller blauen Sciaenochromis ahli verwechselt, weshalb der Handelsname „Electric Blue“ für beide Arten kursiert. Die Art wird als nicht gefährdet eingestuft. Der Zusatz „Marmalade Cat OB“ bezeichnet keine natürliche Population, sondern eine im Handel angebotene Zuchtform mit Orange-Blotch-Färbung, also einer gefleckten, orange-weißen Zeichnung statt des typischen Blaus der Wildform. Die genaue Entstehungsgeschichte dieser Farbvariante ist nicht eindeutig belegt; sie sollte daher als Handelsbezeichnung verstanden werden. Die Tiere im Handel sind Nachzuchten und keine Wildfänge.
Vergesellschaftung
Die Azurcichlide ist ein Lauerjäger und im Grunde eher Einzelgänger. Im Aquarium bewährt sich die Haltung im Harem: ein Männchen mit zwei bis drei Weibchen, damit die Balz des Männchens auf mehrere Tiere verteilt wird und einzelne Weibchen nicht dauerhaft bedrängt werden. Geschlechtsreife Männchen besetzen eine Höhle und verteidigen sie energisch gegen Rivalen, während sie außerhalb der Paarung durchaus Artgenossen in der Nähe dulden. Zwei Männchen sind nur in sehr großen, gut strukturierten Becken denkbar und funktionieren am ehesten, wenn sie gemeinsam aufwachsen. Als Mitbewohner eignen sich robuste, nicht allzu kleine Malawi-Cichliden aus dem Nicht-Mbuna-Bereich, etwa Aulonocara oder Copadichromis. Fische, die ins Maul passen, werden als Beute betrachtet. Mit sehr aggressiven Mbuna sollte man sie eher nicht kombinieren. Mit 6–8 cm sind die Tiere noch Jungfische; Revierverhalten und Rangordnung entwickeln sich erst mit zunehmender Größe.
Passende Wasserparameter
Wie alle Malawisee-Cichliden braucht die Art hartes, alkalisches und sauberes Wasser. Bewährt haben sich ein pH-Wert von etwa 7,5 bis 8,5, eine Gesamthärte von ca. 5–15 °dGH und eine Karbonathärte von etwa 7–12 °dKH. Einzelne Angaben reichen etwas weiter, deshalb sind stabile Werte wichtiger als das Ausreizen von Grenzen. Regelmäßige Teilwasserwechsel und kräftige Filterung beugen Stress und stressbedingten Erkrankungen vor, die bei Malawisee-Cichliden bei schlechter Wasserqualität auftreten können. Nitrit und Ammonium sollten nicht nachweisbar sein.
Haltungstemperatur
Empfehlenswert sind 24 bis 26 °C. Einzelne Quellen nennen 22 bis 27 °C; als Dauereinstellung ist der mittlere Bereich am sinnvollsten.
Beckengröße
Die Azurcichlide wird groß und braucht Schwimmraum für die Jagd. Je nach Quelle werden Becken ab etwa 400 Litern mit mindestens 150 cm Kantenlänge genannt, teils auch ab rund 600 Litern. Für einen Harem mit zusätzlichen Mitbewohnern ist die größere Variante die bessere Wahl. Wichtig ist neben dem Volumen die Länge des Beckens, damit sich Reviere und freie Wasserflächen anlegen lassen. Jungtiere von 6–8 cm können anfangs kleiner untergebracht werden, wachsen aber zügig heran; die Endbeckengröße sollte von Beginn an eingeplant werden.
Bepflanzung
Ein Pflanzenbecken ist das nicht: Echte Wasserpflanzen werden meist ausgegraben oder angeknabbert, zudem sind sie im harten, alkalischen Wasser schwierig. Wichtiger ist die Einrichtung mit feinem Sand als Bodengrund, da die Tiere gelegentlich graben, sowie mit stabilen Felsaufbauten, Höhlen und Spalten als Rückzugsorte und Reviergrenzen. Wichtig ist, dass die Steine standsicher gestapelt oder verklebt sind, da gegrabenes Substrat sie unterhöhlen kann. Zwischen den Aufbauten sollte freier Schwimmraum bleiben. Allenfalls robuste Arten wie Anubias, an Steine gebunden, sind denkbar.
Futter
Die Art ernährt sich in der Natur räuberisch von Fischen. Im Aquarium nimmt sie aber problemlos Frost- und Trockenfutter an. Ein proteinreicher Speiseplan aus hochwertigen Granulaten oder Flocken für Cichliden, Mysis, Krill, Artemia und ähnlichem Frostfutter hat sich bewährt. Gefüttert wird lieber mehrmals täglich kleine Portionen, die in wenigen Minuten gefressen werden, statt einmal viel. Fettreiche Futtermittel und Säugetierfleisch sind ungünstig. Das gilt besonders bei der Aufzucht der Jungtiere, die für gutes Wachstum regelmäßig gefüttert werden sollten.
Geschlechtsunterschiede
Bei der Wildform sind die Unterschiede deutlich: Die Männchen tragen ein leuchtendes Blau, die Weibchen sind eher unscheinbar graubraun. Bei der Zuchtform Marmalade Cat OB ist die Orange-Blotch-Zeichnung dagegen kein verlässliches Geschlechtsmerkmal, und im Jungfischalter von 6–8 cm lässt sich das Geschlecht nicht sicher bestimmen. Mit zunehmender Größe werden Männchen in der Regel kräftiger, intensiver gefärbt und aktiver im Balzverhalten, Weibchen bleiben meist etwas kleiner. Für eine gezielte Haremszusammenstellung empfiehlt es sich daher, mehrere Jungtiere zu pflegen und später ein Männchen mit Weibchen auszuwählen.
Zucht
Die Azurcichlide ist ein Maulbrüter, bei dem allein das Weibchen die Brutpflege übernimmt. Das Männchen putzt eine Höhle oder Mulde und lockt ein Weibchen dorthin; dieses laicht ab, nimmt die Eier ins Maul und trägt sie dort bis zum Schlupf der Jungfische. Die Art gilt als vermehrungsfreudig, deshalb sollte der Harem eher drei Weibchen umfassen, damit das Männchen nicht ein Einzeltier ständig bedrängt. Die Jungen sind nach dem Freilassen groß genug für feines Futter. Bei Orange-Blotch-Formen kann die Farbe der Nachkommen sehr unterschiedlich ausfallen, besonders wenn Zuchttiere verschiedener Herkunft gepaart werden.
Endgröße
Die Endgröße wird je nach Quelle unterschiedlich angegeben; realistisch sind etwa 12 bis 18 cm, einzelne Männchen können größer werden. Weibchen bleiben meist kleiner. Die angebotenen 6–8 cm sind also noch Jungtiere.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Die Azurcichlide ist ein auf Fische spezialisierter Räuber. Adulte Garnelen sind nicht natürliche Beute, werden von einem großen, hungrigen Cichliden aber meist nicht verschont; vor allem kleinere Garnelen werden schnell gefressen. Nachwuchs von Garnelen hat keine Chance. Zudem entsprechen die harten, alkalischen Wasserwerte nicht den Ansprüchen der meisten Garnelenarten. Eine Kombination ist deshalb nicht empfehlenswert.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Um Stress und Temperaturschocks zu vermeiden, sollten neue Zierfische langsam eingewöhnt werden:
- Beutel schwimmen lassen – Legen Sie den verschlossenen Transportbeutel für ca. 20–30 Minuten auf die Wasseroberfläche des Aquariums, damit sich die Temperatur angleicht.
- Wasser schrittweise mischen – Öffnen Sie den Beutel vorsichtig und geben Sie alle 5–10 Minuten kleine Mengen Aquariumwasser hinzu, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat (Dauer: ca. 45–90 Minuten).
- Fische umsetzen – Setzen Sie die Fische mit einem Kescher ins Aquarium, ohne das Transportwasser einzubringen, um Verunreinigungen zu vermeiden.
- Licht reduzieren – Dimmen Sie die Beleuchtung oder schalten Sie sie für einige Stunden aus, um den Stress zu minimieren.
- Erste Fütterung – Füttern Sie erst nach einigen Stunden oder am nächsten Tag, damit sich die Fische in Ruhe an die neue Umgebung gewöhnen können.
Durch diese langsame Eingewöhnung passen sich die Fische optimal an die neuen Wasserwerte an.
Wie werden Zierfische versendet?
Fische sind Wirbeltiere und werden von uns, den gesetzlichen Bestimmungen folgend, mit einem dafür zugelassenen Tierkurier (GO!) per Übernachtexpress versendet. Der Versand aller Zierfische erfolgt ganzjährig immer in einer hochwertigen, dickwandigen Styroporbox. Bei hohen Außentemperaturen werden die Fische mit zusätzlichem Wasservolumen vor Hitze geschützt. Im Winter legen wir zum Schutz vor Kälte Heatpacks bei und sorgen ggf. für eine zusätzliche Isolierung durch die Verwendung einer wärmereflektierende Spezialfolie als zusätzliche Isolierungschicht.
Je nach Art reisen die Fische entweder in kleineren Gruppen oder einzeln verpackt.
Wie kann ich Krankheiten bei Aquarienfischen vermeiden?
Damit deine Fische gesund und munter bleiben, sind einige grundlegende Maßnahmen erforderlich. Viele Fischkrankheiten entstehen durch schlechte Wasserqualität, Stress oder falsche Ernährung. Mit den folgenden Tipps kannst du das Risiko minimieren und für ein gesundes Aquarium sorgen.
1. Optimale Wasserqualität sicherstellen
- Regelmäßige Wasserwechsel durchführen (ca. 20-30 % alle 1-2 Wochen).
- Wichtige Wasserwerte kontrollieren:
- Temperatur (je nach Fischart passend einstellen)
- pH-Wert (artgerechter Bereich)
- Ammoniak & Nitrit: IMMER 0 mg/l (giftig für Fische)
- Nitrat: unter 25 mg/l (bei hohen Werten Wasser wechseln)
- Kein Chlor oder Schwermetalle im Wasser! Falls nötig, Wasseraufbereiter nutzen.
2. Gesunde Ernährung bieten
- Abwechslungsreiche Kost: Trockenfutter, Frostfutter (z. B. Artemia, Mysis), Lebendfutter (z. B. Wasserflöhe) und pflanzliche Nahrung (je nach Fischart).
- Überfütterung vermeiden: Fische sollten das Futter in 1-2 Minuten komplett fressen. Reste entfernen, um das Wasser nicht zu belasten.
- Spezialfutter je nach Art: Bodenfresser brauchen sinkendes Futter, Oberflächenfresser Flocken oder Granulat.
3. Neue Fische richtig eingewöhnen
- Langsame Anpassung: Neue Fische mit der Tropf-Methode oder schrittweiser Wasserzugabe an das Aquarium gewöhnen.
- Quarantäne für neue Fische: Falls möglich, 2-4 Wochen in einem separaten Becken halten, um Krankheiten nicht ins Hauptaquarium einzuschleppen.
- Transportwasser entsorgen: Neue Zierfische immer mit dem Kescher ins Becken geben, das Transportwasser entsorgen.
4. Stress vermeiden
- Artgerechte Vergesellschaftung: Keine aggressiven Fische mit friedlichen Arten mischen.
- Ausreichend Verstecke bieten (Pflanzen, Wurzeln, Höhlen).
- Keine plötzlichen Temperatur- oder Wasserwechsel – Fische reagieren empfindlich auf starke Schwankungen.
- Nicht zu viele Fische im Becken halten – Überbesatz führt zu Stress und Krankheiten.
5. Krankheiten frühzeitig erkennen
- Symptome wie weiße Punkte (Ichthyophthirius/“Pünktchenkrankheit“), Pilzbeläge, oder abstehende Schuppen können auf Krankheiten hinweisen.
- Verändertes Verhalten (z. B. schnelle Atmung, apathisches Verhalten, Schaukeln, Reiben an Gegenständen) kann ein frühes Warnzeichen sein.
- Infizierte Fische sofort isolieren und bei Bedarf mit geeigneten Medikamenten behandeln.
6. Aquariumpflege & Hygiene beachten
- Filter regelmäßig warten, aber nie komplett reinigen (sonst gehen wichtige Bakterien verloren).
- Bodengrund absaugen, um Futterreste und Kot zu entfernen.
- Keine Chemikalien oder Seifen beim Reinigen des Aquariums verwenden – nur Wasser oder spezielle Aquarienreiniger nutzen.
Wenn du diese Tipps beachtest, bleiben deine Fische gesund und das Aquarium stabil!
Geschlechtsauswahl bei unseren Fischen
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.