Bunte Rotfußvogelspinne, Hapalopus formosus
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Bunte Rotfußvogelspinne, Hapalopus formosus
| Deutscher Name: | Bunte Rotfußvogelspinne |
| Wissenschaftlich: | Hapalopus formosus |
| Synonyme: | Pumpkin-Patch-Vogelspinne, Kürbisfleck-Vogelspinne, Kolumbianische Kürbis-Vogelspinne |
| Herkunft: | Kolumbien |
| Lebensweise: | Bodenbewohnend, grabend und stark gespinstbildend; einzeln halten |
| Aktivitätszeit: | Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, flink und schreckhaft |
| Haltungstyp: | Flaches, ausbruchssicheres Terrarium mit guter Querlüftung |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für adulte Tiere etwa 20 × 20 × 20 cm oder größer, wichtiger ist geringe Fallhöhe |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Etwa 22–26 °C; mäßig feucht mit guter Belüftung und trockenerer Oberfläche |
| Bodengrund: | Mindestens 8–12 cm grabfähige, strukturstabile Terrarienerde |
| Verstecke und Gespinst: | Korkversteck, Laub und zahlreiche Ankerpunkte für dichte Gespinströhren |
| Futter: | Passend kleine Heimchen, Grillen, Schaben oder andere geeignete Futterinsekten |
| Gift und Abwehrverhalten: | Sehr schnell; Brennhaare vom Typ III und Giftbiss möglich |
| Körpergröße und Beinspannweite: | Belegt sind etwa 2,8–3 cm Körperlänge; meist 6–9 cm Beinspannweite, teils höher angegeben |
| Lebenserwartung: | Weibchen etwa 8–10 Jahre, Männchen ungefähr 2–4 Jahre |
Herkunft und Lebensraum von Bunte Rotfußvogelspinne (Hapalopus formosus)
Hapalopus formosus stammt aus Kolumbien. Taxonomisch sicher belegt sind unter anderem die historischen Typfundorte Bogotá sowie Santa Marta im Departamento Magdalena. Damit ist die Art für den nördlichen beziehungsweise zentralen Teil des Landes dokumentiert; eine genaue, flächendeckende Abgrenzung ihres natürlichen Areals ist jedoch nicht ausreichend geklärt. Im Terrarienhandel wird die Bunte Rotfußvogelspinne häufig mit „Pumpkin Patch“, Hapalopus sp. „Colombia“ oder den Zusätzen „large“ und „small“ verbunden. Diese Handelsformen wurden über Jahre uneinheitlich bezeichnet und sind nicht in jedem Fall zweifelsfrei mit der wissenschaftlich beschriebenen Art identisch. Angaben, die ausschließlich die Pazifikküste oder die feuchten Wälder des Chocó als Herkunft nennen, lassen sich deshalb nicht bedenkenlos auf jedes als Hapalopus formosus angebotene Tier übertragen. Für die Haltung ist ein warmes, mäßig feuchtes Bodenklima mit gut belüfteten Rückzugsräumen sinnvoll. Die Spinne nutzt geschützte Stellen unter Holz, Wurzeln oder Laub und verbindet ihr Versteck häufig mit dichtem Gespinst. Beim Erwerb ist eine nachvollziehbare Nachzuchtlinie mit sauberer Artbezeichnung besonders wertvoll.
Lebensweise und Haltungstyp
Diese kleine Vogelspinne lebt bodennah und legt bei geeignetem Untergrund flache Wohnröhren oder geschützte Mulden an. Korkstücke, Laub und andere feste Strukturen werden intensiv eingesponnen, sodass mit der Zeit ein verzweigtes System aus Gespinströhren und Laufwegen entstehen kann. Die Art wird einzeln gehalten, da eine dauerhafte Vergesellschaftung mit Artgenossen zu Verletzungen oder Kannibalismus führen kann. Bei Störungen zieht sie sich meist blitzschnell zurück. Gerade bei geöffnetem Terrarium darf ihre Geschwindigkeit nicht unterschätzt werden.
Terrarium
Für ein adultes Tier genügt gewöhnlich ein flach gebautes Terrarium ab etwa 20 × 20 × 20 cm; eine etwas größere Grundfläche erleichtert die strukturierte Einrichtung. Entscheidend ist weniger die Höhe als ein ausreichend tiefer Bodengrund bei geringer freier Fallstrecke. Zwischen Substratoberfläche und Deckel sollte nur so viel Raum bleiben, dass ein Sturz nicht zu einer Verletzung des empfindlichen Hinterleibs führen kann. Türen, Lüftungsflächen und Kabelöffnungen müssen lückenlos schließen, denn kleine und junge Tiere passen durch überraschend schmale Spalten.
Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe
Geeignet ist eine mindestens 8–12 cm hohe Schicht aus ungedüngter, grabfähiger Terrarienerde, gegebenenfalls gemischt mit Lehm, Kokoshumus oder etwas Sand. Der Boden sollte Wohnröhren tragen und nicht locker in sich zusammenfallen. Die unteren Schichten beziehungsweise eine Ecke dürfen leicht feucht bleiben, während die Oberfläche zwischendurch abtrocknet. Dauerhaft nasser, schlammiger Boden und stehende Nässe sind zu vermeiden. Ein schräg eingegrabenes Korkstück bietet einen guten Ansatz für den Röhrenbau; Laub und kleine Zweige dienen als zusätzliche Gespinstanker.
Klima und Beleuchtung
Bewährt haben sich tagsüber etwa 22–26 °C bei einer leichten nächtlichen Absenkung. Eine dauerhaft hohe Erwärmung über ungefähr 28 °C sollte vermieden werden. Statt das gesamte Terrarium gleichmäßig nass zu halten, wird eine mäßig feuchte Bodenzone angeboten, während andere Bereiche trockener bleiben. Gute Querlüftung ist unverzichtbar, damit sich keine stickige, dauerhaft kondensierende Atmosphäre bildet. Ein flacher Wassernapf mit sauberem Wasser gehört auch bei kleinen Vogelspinnen zur Grundausstattung. Prozentwerte zur Luftfeuchte sind weniger aussagekräftig als der tatsächliche Zustand von Boden, Lüftung und Gespinst.
Fütterung und Wasserversorgung
Gefüttert werden lebende, passend bemessene Insekten wie kleine Heimchen, Grillen oder Schaben. Das Beutetier sollte die Spinne nicht deutlich überfordern; für sehr kleine Jungtiere eignen sich entsprechend kleine Futtertiere oder frisch getötete Beute. Heranwachsende Tiere können etwa alle sieben bis zehn Tage, adulte Tiere je nach Ernährungszustand ungefähr alle zehn bis vierzehn Tage gefüttert werden. Ein stark vergrößerter Hinterleib ist ein Zeichen, die Abstände zu verlängern. Nicht angenommene Futtertiere werden spätestens am Folgetag entfernt, vor einer Häutung sofort.
Häutung
Vor einer Häutung frisst die Spinne häufig nicht mehr, zieht sich tiefer in ihr Gespinst zurück und verschließt Zugänge teilweise mit Erde und Spinnseide. In dieser Zeit darf die Wohnröhre nicht geöffnet werden. Futtertiere sind zu entfernen, da sie die wehrlose Spinne verletzen können. Während und nach der Häutung ist jede Störung zu vermeiden. Erst wenn Körper und Giftklauen vollständig ausgehärtet sind, wird wieder gefüttert; bei Jungtieren dauert dies meist einige Tage, bei größeren Exemplaren entsprechend länger. Eine verfügbare Wasserstelle und eine leicht feuchte Bodenzone unterstützen ein stabiles Mikroklima.
Einzelhaltung und sicherer Umgang
Ein Herausnehmen ist nicht zu empfehlen. Hapalopus formosus ist klein, empfindlich und kann ohne Vorwarnung sehr schnell lossprinten. Schon ein kurzer Sturz auf eine harte Kante kann den Hinterleib schwer verletzen. Pflegearbeiten gelingen sicherer mit langen Werkzeugen, einem Fangbecher und ausreichend freier Arbeitsfläche. Vor dem Öffnen sollte geprüft werden, wo sich die Spinne befindet. Ein ruhiger, planvoller Ablauf ist wichtiger als der Versuch, das Tier mit der Hand zu lenken.
Geschlechtsunterschiede
Adulte Männchen besitzen verdickte Endglieder der Pedipalpen mit den zur Paarung benötigten Bulben sowie artspezifisch ausgebildete Schienbeinhaken am ersten Beinpaar. Weibchen sind meist kräftiger gebaut und leben deutlich länger. Eine zuverlässige Geschlechtsbestimmung gelingt über die Untersuchung der Exuvie, sofern der relevante Bereich vollständig erhalten ist. Die Beurteilung der Bauchseite am lebenden Tier kann Hinweise geben, ist bei kleinen Exemplaren jedoch fehleranfällig.
Fortpflanzung
Zur Zucht werden ausschließlich adulte, sicher bestimmte Tiere derselben Art verpaart. Das Männchen wird kontrolliert in das Terrarium eines gut konditionierten Weibchens gesetzt; Rückzugsmöglichkeiten und ein Trennwerkzeug müssen bereitliegen. Trommeln und Schwingungen im Gespinst können der Verständigung dienen. Nach einer erfolgreichen Paarung wird das Männchen wieder entfernt. Das Weibchen benötigt anschließend besonders viel Ruhe sowie stabile Feuchte- und Temperaturverhältnisse. Konkrete Angaben zu Kokongröße und Entwicklungsdauer aus dem Handel sind vorsichtig zu bewerten, weil verschiedene „Pumpkin Patch“-Linien lange unter denselben Namen geführt wurden.
Größe und Lebenserwartung
Ein in der aktuellen taxonomischen Bearbeitung untersuchtes Weibchen erreichte einschließlich der Cheliceren rund 2,8 cm Körperlänge. Für Terrarientiere werden häufig etwa 6–9 cm Beinspannweite genannt; Angaben bis ungefähr 10–12 cm können auf unterschiedliche oder uneinheitlich bezeichnete Handelslinien zurückgehen und sollten geprüft werden. Die artspezifische Lebenserwartung liegt bei Weibchen unter geeigneten Haltungsbedingungen vorsichtig geschätzt bei etwa 8–10 Jahren. Männchen sind deutlich kurzlebiger und erreichen häufig nur ungefähr 2–4 Jahre, wobei ein großer Teil dieser Zeit auf die Entwicklung bis zur Reife entfällt.
Gift, Brennhaare und Sicherheit
Bei Gefahr setzt die Art vor allem auf schnelle Flucht und Rückzug in ihre Gespinströhre. Sie besitzt Brennhaare vom Typ III, die abgestreift oder geschleudert werden können. Diese feinen Haare können Haut, Atemwege und insbesondere Augen stark reizen; Kontakt mit dem Gesicht ist deshalb konsequent zu vermeiden. Ein Giftbiss ist ebenfalls möglich. Die medizinische Wirkung des Gifts ist für diese Art nicht umfassend untersucht, weshalb ein Biss weder verharmlost noch provoziert werden darf. Bei starken Beschwerden, Augenbeteiligung oder allergischen Reaktionen ist ärztliche Hilfe erforderlich.
Nice-to-Know
Die kontrastreiche Zeichnung umfasst dunkle Grundfarben und mehrere kräftig orangefarbene Flecken auf dem Hinterleib. Dies brachte ähnlich gezeichneten Tieren im Handel den Namen „Pumpkin Patch“ ein. Besonders reizvoll ist der ausgeprägte Gespinstbau: Eine zunächst schlichte Einrichtung kann sich innerhalb kurzer Zeit in eine dicht verbundene Landschaft aus Röhren, Matten und eingesponnenen Pflanzenteilen verwandeln. Dieses Gespinst sollte bei Reinigungsarbeiten möglichst erhalten bleiben. Wichtig ist die Namensprüfung, denn nicht jede als „Pumpkin Patch large“ oder „small“ gehandelte Spinne ist automatisch zweifelsfrei Hapalopus formosus.
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Die Spinnen und Insekten versenden wir, nach Ihrer Wahl, mit DHL oder per GO! in einer Thermobox. Die Tiere werden sicher verpackt und bei Kälte mit Heatpacks geschützt. Bei Nachtfrost empfehlen wir Ihnen dringend den GO-Tierkurier-Versand auszuwählen!
Geschlechtsauswahl bei unseren Spinnen&Insekten
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.