Kampffisch „Pangkalan Bun“, Betta uberis
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Kampffisch „Pangkalan Bun“, Betta uberis
| Deutscher Name: | Kampffisch „Pangkalan Bun“ |
| Wissenschaftlich: | Betta uberis |
| Synonyme: | Uberis-Kampffisch, Übers Kampffisch, Betta uberis Pangkalanbun, Zwergkampffisch Pangkalan Bun, Schwarzwasser-Kampffisch |
| Herkunft: | Borneo (Indonesien): Torfsumpfwälder in Zentral- und West-Kalimantan, Typusfundort Pangkalan Bun |
| Gesellschafts-Aquarium: | Revierbildend, untereinander teils rau; am besten im ruhigen Artbecken, paarweise oder als kleine Gruppe mit viel Deckung |
| Wasserwerte: | Weich und sauer: pH etwa 4,5–6,5 (ideal um 5–6), KH 1–3 °dH, GH bis ca. 5 °dH, huminstoffreich |
| Temperatur: | ca. 22–26 °C |
| Beckengröße: | ab 45 cm Kantenlänge (ca. 40–50 l), besser 50 l und mehr |
| Bepflanzung: | Dicht bepflanzt mit Schwimmpflanzen, Moosen, Farnen und Anubias; Laub und Wurzeln als Deckung |
| Futter: | Kleines Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Cyclops, Moina und Mückenlarven; Trockenfutter wird oft gelernt |
| Geschlechts-Unterschiede: | Männchen farbiger mit längeren Flossen; Weibchen zur Balz mit hellen Querbinden |
| Zucht möglich: | Schaumnestbauer; Zucht in weichem, saurem Wasser bei niedrigem Wasserstand gut möglich |
| Maximale Größe: | Standardlänge bis ca. 3,6 cm; Lieferware 2,5–3,5 cm |
| Liefergröße: | ca. 2,5-3,5 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | Nur eingeschränkt: Nachwuchs von Zwerggarnelen wird gefressen, adulte Garnelen sind kaum belegt |
Herkunft von Kampffisch „Pangkalan Bun“ (Betta uberis)
Betta uberis stammt von der Insel Borneo und lebt dort in den Torfsumpfwäldern Zentral- und West-Kalimantans im indonesischen Teil der Insel. Die meisten Nachweise stammen aus dem Gebiet zwischen dem unteren Arut und dem Kumai, südlich der Städte Pangkalan Bun und Kumai. Genau dort liegt auch der Typusfundort: Die Art wurde 2006 von Tan und Ng nach Aquarienmaterial aus Pangkalan Bun im Arut-Becken beschrieben. Weitere Funde gibt es im Einzugsgebiet des Sampit weiter östlich sowie im Raum Sukadana in West-Kalimantan. Vor der Beschreibung kursierte die Art unter Bezeichnungen wie Betta sp. „Sukadana“ oder „Pangkalanbun“. Der Lebensraum ist typisch Schwarzwasser: sehr weiches, saures, durch Huminstoffe braun gefärbtes Wasser, Falllaub, Wurzelwerk und schattige Uferzonen. Die Art gehört in die Verwandtschaft des Coccina-Komplexes, einer Gruppe kleiner Schaumnestbauer. Ihr Artname verweist auf die vergleichsweise hohe Zahl der Rückenflossenstrahlen. Wegen der Zerstörung der Torfwälder gilt die Art als gefährdet. Auch von der Insel Belitung gibt es sehr ähnliche Tiere, die derzeit als Betta cf. uberis geführt werden; sie sind von den Borneo-Tieren genetisch leicht abgesetzt. Der Zusatz „Pangkalan Bun“ beschreibt hier die Fundortform aus dem Typusgebiet, keine Zuchtform.
Vergesellschaftung
Betta uberis ist ein ruhiger, aber revierbildender kleiner Kampffisch. Zwischen den Tieren, vor allem unter Männchen und zur Laichzeit, kann es rau zugehen, deshalb braucht das Becken viele Sichtbarrieren aus Wurzeln, Laub, Röhren und dichter Bepflanzung. Besonders die Weibchen sollten sich jederzeit zurückziehen können. Bewährt hat sich die Haltung als Paar oder als kleine Gruppe in einem ausreichend strukturierten Artbecken. Als Gesellschaft kommen höchstens ebenfalls ruhige, kleine Fische mit ähnlichen Ansprüchen an weiches, saures Wasser in Frage, die nicht um Futter konkurrieren; die Art ist ein eher zurückhaltender Fresser und kann im Gesellschaftsbecken ins Hintertreffen geraten. Lebhafte oder flossenzupfende Arten sowie größere Fische sind ungeeignet. Rasch schwimmende Mitbewohner stressen die scheuen Tiere dauerhaft. Wer die Fische beim Balzen und der Brutpflege beobachten möchte, ist mit einem reinen Artbecken am besten bedient.
Passende Wasserparameter
Gepflegt wird die Art in weichem, saurem, sauberem Wasser. Als Orientierung gelten pH-Werte von etwa 4,5 bis 6,5, häufig werden 5,0 bis 6,0 genannt, bei einer Karbonathärte von 1–3 °dH und einer Gesamthärte bis etwa 5 °dH. Auf Dauer sollte der pH-Wert nicht über 6,5 liegen. Normales Leitungswasser ist meist zu hart; es wird mit Osmose- oder Regenwasser verschnitten bzw. ersetzt. Huminstoffe aus Erlenzapfen, Laub oder Torfextrakten passen zum natürlichen Biotop. Wichtig sind regelmäßige, vorsichtige Teilwasserwechsel, etwa ein Viertel alle ein bis zwei Wochen, jeweils mit angeglichenem Wasser, damit sich die Werte nicht sprunghaft ändern. Stickstoffverbindungen sollten dauerhaft unter der Nachweisgrenze bleiben. Die Filterung bleibt schwach, etwa ein luftbetriebener Schwammfilter, denn die Tiere mögen kaum Strömung. Eine Schwimmpflanzendecke und eine lockere Abdeckung sind sinnvoll, weil die Fische als Labyrinthfische Luft von der Oberfläche atmen und warme, feuchte Luft darüber brauchen.
Haltungstemperatur
Die Angaben der Fachliteratur liegen etwas auseinander, meist werden 22–27 °C genannt. Für die Dauerpflege sind etwa 22–26 °C empfehlenswert, mit Zimmertemperatur im unteren Bereich; manche Pfleger halten die Tiere bewusst eher kühl um 21–24 °C. Zur Zuchtstimmung kann die Temperatur leicht erhöht werden, zwingend nötig ist das nicht. Dauerhafte Wärme über 27 °C belastet die Tiere unnötig und verkürzt die Lebenserwartung.
Beckengröße
Als Mindestmaß gilt ein Becken mit etwa 45 × 30 cm Grundfläche, das entspricht rund 40 Litern. Komfortabler und im Artbecken gut für ein Paar bis wenige Tiere geeignet sind 50 Liter und mehr, etwa ein 50-cm-Becken. Für die Haltung mehrerer Paare braucht es entsprechend mehr Fläche und noch mehr Versteckmöglichkeiten. Wichtiger als hohe Wasserstände ist eine große Grundfläche mit Struktur; bei der Zucht wird ein niedriger Wasserstand unter etwa 15 cm geschätzt. Das Becken sollte gut abgedeckt sein, denn Betta springen gelegentlich, und die Luft über dem Wasser muss warm bleiben.
Bepflanzung
Ein Biotop-Aquarium nach Vorbild des Torfsumpfs passt am besten: gedämpftes Licht, eine Decke aus Schwimmpflanzen (zum Beispiel Salvinia oder Wasserhornfarn), dazu Javamoos, Javafarn und Anubias, die mit saurem Wasser gut zurechtkommen. Moorkienwurzeln, Äste, Tonröhrchen oder Kokosschalen bilden Verstecke, besonders für Weibchen. Eine Schicht Buchen- oder Eichenlaub auf dem Boden liefert Deckung und Huminstoffe und wird regelmäßig erneuert. Viele Pfleger verzichten auf Bodengrund oder nehmen nur wenig feinen Sand, um die Pflege zu erleichtern. Pflanzen, die hartes Wasser oder viel Licht brauchen, sind ungeeignet.
Futter
Betta uberis ist ein Fleischfresser und nimmt am liebsten kleines Lebend- und Frostfutter: Artemia-Nauplien und -Adulte, Cyclops, Moina, kleine Eintagsfliegenlarven sowie schwarze und weiße Mückenlarven. Rote Mückenlarven, Grindal und Tubifex dürfen nur sparsam und gelegentlich auf den Speiseplan. Auch feines Trockenfutter wird mit etwas Geduld oft angenommen. Mehrmals täglich kleine Portionen sind besser als große Mengen, damit das Wasser sauber bleibt. Gerade neu eingewöhnte, scheue Tiere sollten in Ruhe fressen können und nicht von Mitbewohnern verdrängt werden.
Geschlechtsunterschiede
Die Männchen sind farbiger und tragen etwas ausgedehntere Flossen als die Weibchen. Auffällig ist der grünliche Schimmer auf den Flanken und der weiße, gesprenkelte Saum der unpaaren Flossen. Zur Balz zeigen die Weibchen helle Querstreifen, beim Ablaichen einen dunklen Aalstrich auf dem Rücken. Die Färbung hängt vom Herkunftsort ab; bei der Pangkalan-Bun-Form können Männchen im Rotanteil kräftig ausfallen, ein seitlicher blaugrüner Fleck ist nicht bei allen Tieren sichtbar. Bei den kleinen Jungtieren von 2,5–3,5 cm lässt sich das Geschlecht noch nicht sicher bestimmen.
Zucht
Betta uberis ist ein Schaumnestbauer und lässt sich in gut eingerichteten Artbecken nachziehen. Zuchtbecken: ein Paar oder Trio in etwa 50 Litern mit weichem, saurem Wasser (pH um 5,5), niedrigem Wasserstand und reichlich Deckung. Als Laichauslöser haben sich zunächst knappes Füttern, dann kräftige Fütterung mit Lebendfutter und ein Wasserwechsel mit etwas kühlerem, weichem Wasser bewährt. Die Weibchen brauchen dabei viel Rückzugsraum. Nach dem Ablaichen schwimmen die Jungfische nach etwa fünf Tagen frei und fressen frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien. Die Eltern gelten als wenig brutgefährdend, sodass die Jungen oft im gleichen Becken heranwachsen können; sind es zu viele, laichen die Eltern meist nicht erneut ab. Die Aufzucht gelingt in Becken mit Moos und Farnen. Der Wasserstand sollte bei der Aufzucht niedrig bleiben, da Jungtiere erst ein funktionsfähiges Labyrinthorgan ausbilden.
Endgröße
Die Art bleibt klein: Die Standardlänge liegt bei bis zu etwa 3,6 cm, mit Flossen erscheinen die Tiere etwas größer. Die angebotenen Jungtiere mit 2,5–3,5 cm sind nahezu ausgewachsen, zeigen aber oft noch nicht die volle Färbung. Die Lebenserwartung wird mit etwa zwei bis drei Jahren angegeben.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Erwachsene Garnelen: Für ausgewachsene Zwerggarnelen liegen keine verlässlichen Berichte vor. Da Betta uberis winzig ist, sind Übergriffe auf größere adulte Garnelen eher unwahrscheinlich, lassen sich aber nicht ausschließen; sicher ist das nicht. Nachwuchs: Garnelenbabys und frisch geschlüpfte Jungtiere werden als willkommene Beute betrachtet und in der Regel gefressen. Eine Garnelenzucht im selben Becken ist daher nicht zu empfehlen. Garnelen, die weiches, saures Wasser vertragen, kommen als Mitbewohner nur mit viel Moos und Verstecken in Frage. Zu bedenken ist außerdem, dass viele Zwerggarnelen sehr weiches, saures Wasser nur bedingt vertragen.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Um Stress und Temperaturschocks zu vermeiden, sollten neue Zierfische langsam eingewöhnt werden:
- Beutel schwimmen lassen – Legen Sie den verschlossenen Transportbeutel für ca. 20–30 Minuten auf die Wasseroberfläche des Aquariums, damit sich die Temperatur angleicht.
- Wasser schrittweise mischen – Öffnen Sie den Beutel vorsichtig und geben Sie alle 5–10 Minuten kleine Mengen Aquariumwasser hinzu, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat (Dauer: ca. 45–90 Minuten).
- Fische umsetzen – Setzen Sie die Fische mit einem Kescher ins Aquarium, ohne das Transportwasser einzubringen, um Verunreinigungen zu vermeiden.
- Licht reduzieren – Dimmen Sie die Beleuchtung oder schalten Sie sie für einige Stunden aus, um den Stress zu minimieren.
- Erste Fütterung – Füttern Sie erst nach einigen Stunden oder am nächsten Tag, damit sich die Fische in Ruhe an die neue Umgebung gewöhnen können.
Durch diese langsame Eingewöhnung passen sich die Fische optimal an die neuen Wasserwerte an.
Wie werden Zierfische versendet?
Fische sind Wirbeltiere und werden von uns, den gesetzlichen Bestimmungen folgend, mit einem dafür zugelassenen Tierkurier (GO!) per Übernachtexpress versendet. Der Versand aller Zierfische erfolgt ganzjährig immer in einer hochwertigen, dickwandigen Styroporbox. Bei hohen Außentemperaturen werden die Fische mit zusätzlichem Wasservolumen vor Hitze geschützt. Im Winter legen wir zum Schutz vor Kälte Heatpacks bei und sorgen ggf. für eine zusätzliche Isolierung durch die Verwendung einer wärmereflektierende Spezialfolie als zusätzliche Isolierungschicht.
Je nach Art reisen die Fische entweder in kleineren Gruppen oder einzeln verpackt.
Wie kann ich Krankheiten bei Aquarienfischen vermeiden?
Damit deine Fische gesund und munter bleiben, sind einige grundlegende Maßnahmen erforderlich. Viele Fischkrankheiten entstehen durch schlechte Wasserqualität, Stress oder falsche Ernährung. Mit den folgenden Tipps kannst du das Risiko minimieren und für ein gesundes Aquarium sorgen.
1. Optimale Wasserqualität sicherstellen
- Regelmäßige Wasserwechsel durchführen (ca. 20-30 % alle 1-2 Wochen).
- Wichtige Wasserwerte kontrollieren:
- Temperatur (je nach Fischart passend einstellen)
- pH-Wert (artgerechter Bereich)
- Ammoniak & Nitrit: IMMER 0 mg/l (giftig für Fische)
- Nitrat: unter 25 mg/l (bei hohen Werten Wasser wechseln)
- Kein Chlor oder Schwermetalle im Wasser! Falls nötig, Wasseraufbereiter nutzen.
2. Gesunde Ernährung bieten
- Abwechslungsreiche Kost: Trockenfutter, Frostfutter (z. B. Artemia, Mysis), Lebendfutter (z. B. Wasserflöhe) und pflanzliche Nahrung (je nach Fischart).
- Überfütterung vermeiden: Fische sollten das Futter in 1-2 Minuten komplett fressen. Reste entfernen, um das Wasser nicht zu belasten.
- Spezialfutter je nach Art: Bodenfresser brauchen sinkendes Futter, Oberflächenfresser Flocken oder Granulat.
3. Neue Fische richtig eingewöhnen
- Langsame Anpassung: Neue Fische mit der Tropf-Methode oder schrittweiser Wasserzugabe an das Aquarium gewöhnen.
- Quarantäne für neue Fische: Falls möglich, 2-4 Wochen in einem separaten Becken halten, um Krankheiten nicht ins Hauptaquarium einzuschleppen.
- Transportwasser entsorgen: Neue Zierfische immer mit dem Kescher ins Becken geben, das Transportwasser entsorgen.
4. Stress vermeiden
- Artgerechte Vergesellschaftung: Keine aggressiven Fische mit friedlichen Arten mischen.
- Ausreichend Verstecke bieten (Pflanzen, Wurzeln, Höhlen).
- Keine plötzlichen Temperatur- oder Wasserwechsel – Fische reagieren empfindlich auf starke Schwankungen.
- Nicht zu viele Fische im Becken halten – Überbesatz führt zu Stress und Krankheiten.
5. Krankheiten frühzeitig erkennen
- Symptome wie weiße Punkte (Ichthyophthirius/“Pünktchenkrankheit“), Pilzbeläge, oder abstehende Schuppen können auf Krankheiten hinweisen.
- Verändertes Verhalten (z. B. schnelle Atmung, apathisches Verhalten, Schaukeln, Reiben an Gegenständen) kann ein frühes Warnzeichen sein.
- Infizierte Fische sofort isolieren und bei Bedarf mit geeigneten Medikamenten behandeln.
6. Aquariumpflege & Hygiene beachten
- Filter regelmäßig warten, aber nie komplett reinigen (sonst gehen wichtige Bakterien verloren).
- Bodengrund absaugen, um Futterreste und Kot zu entfernen.
- Keine Chemikalien oder Seifen beim Reinigen des Aquariums verwenden – nur Wasser oder spezielle Aquarienreiniger nutzen.
Wenn du diese Tipps beachtest, bleiben deine Fische gesund und das Aquarium stabil!
Geschlechtsauswahl bei unseren Fischen
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.