Kubanische Bronze-Vogelspinne, Phormictopus auratus
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Kubanische Bronze-Vogelspinne, Phormictopus auratus
| Deutscher Name: | Kubanische Bronze-Vogelspinne |
| Wissenschaftlich: | Phormictopus auratus |
| Synonyme: | Kubanische Bronzevogelspinne, Kubanische Goldvogelspinne, Cuban Bronze Tarantula, Cuban Gold Tarantula |
| Herkunft: | Zentralöstliches Kuba |
| Lebensweise: | Bodenbewohnend, nutzt Spalten und selbst ausgebaute Verstecke |
| Aktivitätszeit: | Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, oft sichtbar |
| Haltungstyp: | Einzelhaltung im sicher verschlossenen Bodenterrarium |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für adulte Tiere etwa ab 40 × 30 × 30 cm |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Warm mit Feuchtegefälle und kräftiger Querlüftung |
| Bodengrund: | Mindestens 10–15 cm grabfähiges, standfestes Substrat |
| Verstecke und Gespinst: | Korkhöhle, Bodenspalte und Gespinst rund um den Rückzugsort |
| Futter: | Passende lebende Futterinsekten wie Schaben, Grillen und Heuschrecken |
| Gift und Abwehrverhalten: | Brennhaare, schnelle Abwehrreaktionen und möglicher Giftbiss |
| Körpergröße und Beinspannweite: | Etwa 6–7 cm Körperlänge, häufig 15–18 cm Beinspannweite |
| Lebenserwartung: | Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor. |
Herkunft und Lebensraum von Kubanische Bronze-Vogelspinne (Phormictopus auratus)
Phormictopus auratus stammt aus Kuba und ist nach gesicherten Nachweisen aus den zentralöstlichen Provinzen Camagüey, Las Tunas und Holguín bekannt. Die bislang belegten Fundorte zeichnen kein einheitliches Landschaftsbild: Die Vogelspinne wurde vor allem in halbimmergrünen beziehungsweise saisonal laubabwerfenden Wäldern gefunden, dort unter mittelgroßen Steinen, in natürlichen Bodenspalten, an Baumstämmen und in Höhlen. Einzelne Nachweise stammen zudem aus deutlich veränderten Bereichen sowie aus einem sumpfigen Mangrovengebiet. Diese Funddaten sprechen für eine gewisse ökologische Anpassungsfähigkeit, dürfen im Terrarium aber nicht mit beliebiger Nässe gleichgesetzt werden. Entscheidend sind ein geschützter, leicht feuchter Rückzugsbereich, trockenere Oberflächenzonen und ein stetiger Luftaustausch. Im Gebiet El Yayal südlich der Stadt Holguín lebten Tiere unter größeren Steinen; dort kommt die Art gemeinsam mit einer weiteren kubanischen Vogelspinne vor. Wandernde adulte Männchen wurden in der Natur zwischen Juni und Oktober beobachtet. Das bekannte Verbreitungsgebiet kann aufgrund lückenhafter Erfassung größer sein, als die bisherigen Fundpunkte erkennen lassen.
Lebensweise und Haltungstyp
Diese kräftige Neuwelt-Vogelspinne lebt überwiegend am Boden. Sie nimmt vorgegebene Höhlen gern an, erweitert sie durch Graben und verbindet den Eingangsbereich häufig mit Gespinst. Besonders jüngere Tiere können sich über längere Zeit tief zurückziehen. Gut eingewöhnte Exemplare sitzen dagegen nicht selten offen vor ihrem Versteck und reagieren aufmerksam auf Erschütterungen. Phormictopus auratus gilt als futterorientiert und kann überraschend schnell beschleunigen. Eine Vergesellschaftung ist nicht artgerecht; jedes Tier benötigt ein eigenes Terrarium.
Terrarium
Für ein adultes Tier eignet sich ein sicher schließendes Bodenterrarium mit etwa 40 × 30 × 30 cm oder mehr nutzbarer Grundfläche. Wichtiger als zusätzliche Höhe sind ausreichend Bodenfläche, ein tiefes Substrat und ein gut erreichbarer Rückzugsort. Da die Art schwer gebaut ist, muss der Abstand zwischen Bodengrund und Decke niedrig bleiben. Harte, spitze Dekoration gehört nicht in mögliche Fallbereiche. Lüftungsöffnungen und Türspalten müssen auch für kräftige Tiere ausbruchsicher sein.
Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe
Ein mindestens 10–15 cm hoher, gut verdichteter und grabfähiger Bodengrund ermöglicht das Anlegen stabiler Gänge. Geeignet sind ungedüngte Erde, Kokoshumus oder strukturstabile Mischungen mit lehmigen Anteilen. Das Substrat sollte nicht locker zusammenfallen und niemals vollständig vernässt sein. Bewährt hat sich ein Feuchtegefälle: Die unteren Schichten und ein Bereich nahe der Höhle bleiben leicht feucht, während die Oberfläche überwiegend abtrocknen darf. Eine eingegrabene Korkröhre oder schräg aufgelegte Korkplatte erleichtert den Start eines sicheren Verstecks.
Klima und Beleuchtung
Eine Haltung bei ungefähr 23–27 °C am Tag passt gut zu dieser kubanischen Art; nachts darf die Temperatur etwas absinken. Dauerhafte Hitze, direkte Bestrahlung und unkontrollierte Heizmatten unter dem Terrarium sind zu vermeiden. Statt eine starre Luftfeuchte zu erzwingen, sollte ein räumliches Feuchtegefälle mit stets gefüllter Wasserschale angeboten werden. Leicht feuchte Tiefenschichten, trockenere Oberflächen und großzügige Querlüftung sind günstiger als tägliches Sprühen. Kondenswasser, muffiger Geruch oder dauerhaft nasser Boden weisen auf zu wenig Luftaustausch hin.
Fütterung und Wasserversorgung
Gefüttert werden geeignete lebende Futtertiere wie Schaben, Grillen, Heimchen oder Heuschrecken in einer zur Spinne passenden Größe. Jungtiere erhalten entsprechend kleinere Beute. Adulte Tiere kommen meist mit einer maßvollen Fütterung in größeren Abständen gut zurecht; Körperzustand und Hinterleib sind dabei aussagekräftiger als ein starrer Kalender. Nicht gefressene Beutetiere werden zeitnah entfernt, besonders wenn eine Häutung bevorsteht. Frisches Wasser muss unabhängig von der Fütterung ständig in einer flachen, standsicheren Schale verfügbar sein.
Häutung
Vor einer Häutung wird die Spinne oft ruhiger, verweigert Futter und zieht sich stärker zurück. Eine dunkler werdende kahle Stelle am Hinterleib kann ebenfalls auf die bevorstehende Häutung hinweisen. Das Tier legt häufig eine Gespinstmatte an und häutet sich auf dem Rücken oder auf der Seite. Während dieser empfindlichen Phase darf es weder berührt noch umgesetzt werden; lebende Futtertiere müssen entfernt sein. Erst wenn die neuen Giftklauen vollständig dunkel und ausgehärtet sind, wird wieder gefüttert. Gute Wasserversorgung und ein ausgewogenes Feuchtegefälle unterstützen den Ablauf, ohne das Terrarium nass zu halten.
Einzelhaltung und sicherer Umgang
Phormictopus auratus ist ein Beobachtungstier und sollte nicht auf die Hand genommen werden. Größe, Geschwindigkeit, ausgeprägte Futterreaktion und Brennhaare machen direkten Kontakt unnötig riskant. Hinzu kommt die erhebliche Verletzungsgefahr für die schwer gebaute Spinne: Schon ein kurzer Fall kann den Hinterleib tödlich beschädigen. Pflegearbeiten gelingen sicherer mit langen Pinzetten, Fangbecher und einer vorher freigeräumten Umgebung. Das Tier darf dabei niemals eingeklemmt oder mit Werkzeug berührt werden.
Geschlechtsunterschiede
Adulte Weibchen wirken meist gedrungener und behalten ihren kräftigen Körperbau, während reife Männchen langbeiniger und schlanker erscheinen. Geschlechtsreife Männchen besitzen umgebildete Pedipalpen mit Bulben sowie artspezifisch geformte Schienbeinhaken am ersten Beinpaar. Eine verlässliche Geschlechtsbestimmung jüngerer Tiere gelingt am besten anhand einer gut erhaltenen Exuvie, bei Weibchen durch den Nachweis der Spermatheken. Körperform und Färbung allein sind keine sichere Grundlage.
Fortpflanzung
Die Verpaarung gehört in erfahrene Hände, da beide Tiere schnell reagieren und das Männchen verletzt oder gefressen werden kann. Das Weibchen sollte gut konditioniert sein und einen ungestörten Rückzugsbereich besitzen; während des kontrollierten Zusammensetzens müssen Trennmöglichkeit und Fanggefäß bereitstehen. Aus Freilandbeobachtungen ist bekannt, dass adulte Männchen vor allem von Juni bis Oktober auf Weibchensuche waren. Bei zwei dokumentierten Weibchen in Haltung enthielten die Kokons 102 beziehungsweise 272 Eier. Solche Einzelbeobachtungen sind jedoch keine Garantie für Kokongröße oder Zuchterfolg. Kokonpflege und Aufzucht erfordern stabile Bedingungen und sorgfältige Hygiene.
Größe und Lebenserwartung
Adulte Tiere erreichen ungefähr 6–7 cm Körperlänge. Für die Beinspannweite werden häufig etwa 15–18 cm genannt; einzelne Haltungsangaben fallen größer aus, weshalb diese Werte als vorsichtige Orientierung zu verstehen sind. Weibchen sind meist massiger, adulte Männchen schlanker und langbeiniger. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Gift, Brennhaare und Sicherheit
Bei Störung kann Phormictopus auratus Brennhaare vom Hinterleib abstreifen, rasch flüchten, eine Drohhaltung einnehmen oder zubeißen. Die feinen Haare können Haut und Atemwege reizen und sind in den Augen besonders problematisch. Arbeiten am offenen Terrarium sollten daher ruhig, vorausschauend und ohne Gesichtskontakt erfolgen. Wie andere Vogelspinnen besitzt die Art Gift; die artspezifische medizinische Wirkung ist nicht ausreichend dokumentiert. Ein Biss kann schmerzhaft sein und gehört fachgerecht beurteilt, ohne die Spinne zu verharmlosen oder unnötig zu dramatisieren.
Nice-to-Know
Der Artname auratus bedeutet sinngemäß „vergoldet“ und bezieht sich auf die dichte goldgelbe bis grünlich-goldene Behaarung des Carapax und der Gliedmaßen. Dieser warme Schimmer ist besonders bei neutralem Umgebungslicht gut zu erkennen. Ein Speziallicht benötigt die Spinne dafür nicht. Die Art wurde 2005 wissenschaftlich beschrieben und ist taxonomisch weiterhin unter Phormictopus auratus anerkannt.
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Geschlechtsauswahl bei unseren Spinnen&Insekten
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.