Ocellaris-Clownfisch „Misbar“, Amphiprion ocellaris, ca. 3,0-5,0 cm
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Ocellaris-Clownfisch „Misbar“, Amphiprion ocellaris, ca. 3,0-5,0 cm
| Deutscher Name: | Ocellaris-Clownfisch „Misbar“ |
| Wissenschaftlich: | Amphiprion ocellaris |
| Synonyme: | Misbar Ocellaris, Falscher Clownfisch Misbar, Falscher Anemonenfisch, Orangeringel-Anemonenfisch, Falscher Clown-Anemonenfisch |
| Herkunft: | Nachzucht; Art aus dem tropischen Indo-Westpazifik |
| Riffaquarium-tauglich: | Geeignet; nutzt ohne Anemone gern eine Koralle als Ersatzwirt |
| Verträglichkeit: | Paarweise halten; nur ein Clownfischpaar je Becken |
| Wasserwerte: | Dichte 1,023–1,025, pH 8,1–8,4, KH 8–12 °dKH |
| Temperatur: | 24–27 °C |
| Beckengröße: | ab ca. 150 Liter für ein Paar |
| Futter: | Allesfresser: Frostfutter, Granulat, Flocken, Algenkost |
| Schwierigkeitsgrad: | Einfach, auch für Einsteiger |
| Geschlechts-Unterschiede: | Weibchen größer, sonst äußerlich kaum erkennbar |
| Zucht möglich: | Im Aquarium möglich, Larvenaufzucht anspruchsvoll |
| Maximale Größe: | ca. 6–11 cm; Lebenserwartung oft über 10 Jahre |
| Liefergröße: | ca. 3,0-5,0 cm |
Herkunft von Ocellaris-Clownfisch „Misbar“ (Amphiprion ocellaris)
Der Falsche Clownfisch, Amphiprion ocellaris, ist im tropischen Indo-Westpazifik zu Hause. Sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom östlichen Indischen Ozean mit der Andamanensee und den Nikobaren über Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien und die Philippinen bis nach Taiwan und zu den Ryukyu-Inseln; im Süden erreicht es den Nordwesten Australiens. Dort lebt die Art in ruhigen Lagunen und an Korallenriffen, meist in drei bis fünfzehn Metern Tiefe, und ist eng an große Wirtsanemonen wie Radianthus magnifica (früher Heteractis magnifica), Stichodactyla gigantea und Stichodactyla mertensii gebunden. Die Misbar-Form bildet in der Natur keine eigene Population, sie ist ein Kind der Nachzucht. Während der Larvenentwicklung legen manche Jungtiere ihre weißen Binden nicht vollständig an: Die Schwanzbinde fehlt, die Mittelbinde ist unterbrochen oder nur angedeutet, gelegentlich bleibt auch die Kopfbinde lückenhaft. Erfahrene Züchter betonen, dass dieses Merkmal nicht gezielt herausgezüchtet wird, sondern in nahezu jedem Gelege bei einem Teil der Nachkommen auftaucht – unvorhersehbar und bei jedem Tier ein wenig anders. Im Handel wird die Misbar dennoch als Zuchtform geführt. Unsere Tiere sind Nachzuchten und keine Wildfänge; das schont die natürlichen Riffbestände und bringt Ihnen robuste, an das Aquarium gewöhnte Fische.
Eignung für das Riffaquarium
Der Ocellaris-Clownfisch „Misbar“ ist für das Riffaquarium geeignet. Korallen, Garnelen, Schnecken, Einsiedlerkrebse und Seeigel lässt er in aller Regel in Ruhe. Eine Anemone braucht er nicht zwingend. Fehlt sie, sucht sich das Paar häufig einen Ersatzwirt, etwa eine großpolypige Steinkoralle wie eine Hammerkoralle. Das ständige Hineinschmiegen kann empfindliche Korallen reizen, sodass sie ihre Polypen teilweise einziehen – das sollten Sie im Blick behalten. Wer eine Wirtsanemone pflegen möchte, sollte deren deutlich höhere Ansprüche an Licht, Fütterung und stabile Wasserwerte kennen. Gegenüber anderen Clownfischen verteidigt ein eingewöhntes Paar seinen Wohnplatz sehr energisch.
Vergesellschaftung und Verhalten
Am besten halten Sie die Misbar paarweise. Zwei Jungtiere finden fast immer zueinander: Das stärkere wird zum Weibchen, das kleinere bleibt Männchen. Verschiedene Clownfischarten oder mehrere Paare gehören nicht in dasselbe Becken, denn die Tiere verteidigen ihr Revier heftig und können dabei auch zubeißen. Größere Gruppen funktionieren allenfalls in sehr großen Aquarien und erfordern genaue Beobachtung. Mit friedlichen Riffbewohnern wie Grundeln, Schleimfischen, Kardinalbarschen, Feuerschwänzen, Lippfischen, Zwergkaiserfischen und Doktorfischen kommen sie gut zurecht. Ungeeignet sind große Raubfische wie Zackenbarsche, Feuerfische oder Muränen, die einen Clownfisch als Beute ansehen, sowie ausgesprochen ruppige Arten, die den eher gemächlichen Schwimmer dauerhaft bedrängen.
Wasserwerte und Temperatur
Gleichmäßige Riffbedingungen sind wichtiger als einzelne Spitzenwerte. Empfehlenswert sind eine Dichte von 1,023 bis 1,025, das entspricht etwa 31 bis 34 ‰ Salzgehalt, ein pH-Wert von 8,1 bis 8,4, eine KH von 8 bis 12 °dKH und eine Temperatur von 24 bis 27 °C. Ammonium und Nitrit sollten nicht nachweisbar sein, Nitrat möglichst unter 20 mg/l liegen. Der Falsche Clownfisch gilt zwar als ausgesprochen widerstandsfähig, regelmäßige Teilwasserwechsel und eine zuverlässige Abschäumung halten das Becken aber dauerhaft stabil. Die Strömung darf mäßig bis kräftig sein, solange es im Riffaufbau ruhigere Zonen und Rückzugsplätze gibt.
Aquarium und Einrichtung
Für ein Paar empfehlen wir ein eingefahrenes Meerwasseraquarium ab etwa 150 Litern. Kleine Nanobecken sind für erwachsene Tiere, die rund zehn Zentimeter erreichen können, zu knapp, zumal ein Paar seinen Standplatz deutlich verteidigt. Bieten Sie reichlich Lebendgestein mit Höhlen, Spalten und Überhängen und dazu freien Schwimmraum im Vordergrund. Ohne Anemone wählt das Paar meist einen festen Platz im Riffaufbau, den es von da an bewohnt. Wer eine Wirtsanemone einsetzen möchte, plant das Becken besser größer und sorgt für eine kräftige Beleuchtung.
Futter und Futterumstellung
In der Natur fressen Falsche Clownfische Zooplankton wie Ruderfußkrebse und Asseln, dazu Algen und Reste, die ihre Anemone fängt. Als Nachzuchten sind unsere Misbars bereits an Ersatzfutter gewöhnt und nehmen Frostfutter wie Mysis, Artemia, Krill und Copepoden ebenso gern wie hochwertiges Granulat und Flockenfutter für Meerwasserfische. Ein Anteil pflanzlicher Kost, etwa algenhaltiges Futter, rundet den Speiseplan ab. Füttern Sie am besten zwei- bis dreimal täglich kleine Portionen, die innerhalb weniger Minuten verschwunden sind; so bleiben die Fische vital, ohne dass überschüssiges Futter das Wasser belastet.
Eingewöhnung
Lassen Sie den ungeöffneten Beutel nach der Ankunft zunächst etwa 15 bis 20 Minuten im Aquarium schwimmen, damit sich die Temperatur angleicht. Danach wird der Salzgehalt langsam angepasst. Am schonendsten gelingt das mit der Tropfmethode: Über einen dünnen Luftschlauch tropft nach und nach Beckenwasser in ein Gefäß mit dem Fisch, bis sich die Wassermenge etwa verdoppelt bis verdreifacht hat. Anschließend setzen Sie den Fisch mit einem Netz ins Aquarium um; das Transportwasser gießen Sie weg. Am ersten Tag bleibt die Beleuchtung gedimmt oder ausgeschaltet, gefüttert wird frühestens am nächsten Tag. Lebt bereits ein Clownfisch im Becken, ist anfängliches Revierverhalten normal und sollte beobachtet werden.
Geschlechtsunterschiede
Männchen und Weibchen lassen sich äußerlich kaum unterscheiden, im Paar ist das Weibchen aber das deutlich größere Tier, oft um ein bis drei Zentimeter. Falsche Clownfische sind protandrische Zwitter: Alle Jungtiere entwickeln sich zunächst zu Männchen. Treffen zwei Tiere aufeinander, wird das dominante und größere zum Weibchen, das andere bleibt Männchen; bei Freilandtieren setzt dieser Wechsel ab etwa viereinhalb Zentimetern Länge ein. Deshalb lassen sich zwei Jungtiere gut zu einem Paar zusammenstellen – auch eine Misbar mit einem klassisch gezeichneten Ocellaris, denn beide gehören zur selben Art.
Zucht
Eingewöhnte Paare laichen im Aquarium regelmäßig, oft im Abstand von etwa zwei Wochen. Die Eier werden auf eine feste Unterlage nahe dem Wohnplatz geheftet, meist auf Gestein oder eine Fliese, und vor allem vom Männchen bewacht und befächelt. Nach rund einer Woche schlüpfen die Larven, in der Regel kurz nach Einbruch der Dunkelheit. Ihre Aufzucht gelingt nur in einem separaten Aufzuchtbecken mit lebendem Kleinstfutter wie Rädertierchen und später frisch geschlüpften Artemia. Ob der Nachwuchs wieder Misbar-Muster zeigt, lässt sich nicht vorhersagen, denn das Merkmal entsteht bei der Larvenentwicklung zufällig.
Endgröße und Lebenserwartung
Ausgewachsen erreicht der Falsche Clownfisch etwa sechs bis elf Zentimeter, wobei das Weibchen deutlich größer wird als das Männchen; die Misbar-Form unterscheidet sich darin nicht von klassisch gezeichneten Tieren. Wir liefern Jungtiere von etwa drei bis fünf Zentimetern, die bei guter Pflege gemächlich weiterwachsen. Für einen so kleinen Riffbewohner ist die Lebenserwartung bemerkenswert: Im Freiland werden die Tiere etwa sechs bis zehn Jahre alt, im Aquarium ist ein Alter von mindestens zwölf Jahren belegt. Bei stabilen Bedingungen gewinnen Sie also einen langjährigen Mitbewohner.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie werden Meerwassertiere versendet?
Meerwasserfische, Garnelen, Seesterne, Korallen und Anemonen versenden wir ausschließlich mit dem zugelassenen Tierkurier GO! im Übernachtexpress. Jedes Tier beziehungsweise jede Koralle reist einzeln in einem Beutel mit Meerwasser und Sauerstoff, verpackt in einer isolierten Styroporbox – bei kühler Witterung zusätzlich mit Wärmepack.
Meerwassertiere führen wir als Bestellware mit einer Lieferzeit von 2–5 Tagen. Bitte sorge dafür, dass die Sendung am Liefertag angenommen werden kann, damit die Tiere schnell ins Aquarium kommen.
Wie gewöhne ich Meerwassertiere nach der Ankunft ein?
Dimme zunächst das Licht im Aquarium. Lege die geschlossenen Beutel 15–20 Minuten auf die Wasseroberfläche, damit sich die Temperatur angleicht. Gib dann mit der Tropfmethode langsam Aquarienwasser in ein Gefäß mit den Tieren, bis sich Salzgehalt und pH-Wert angeglichen haben – bei Fischen etwa 30–45 Minuten, bei Garnelen, Seesternen und Seeigeln deutlich langsamer über 60–90 Minuten, denn sie reagieren empfindlich auf Salzgehaltsschwankungen.
Setze die Tiere anschließend um, ohne das Transportwasser ins Aquarium zu geben. Seesterne, Muscheln und Schwämme sollten dabei möglichst nicht an die Luft kommen. Lass das Licht am ersten Tag gedimmt und füttere erst am nächsten Tag.
Was muss ich bei Korallen und Anemonen beachten?
Gewöhne Korallen langsam an das Licht: Platziere sie anfangs etwas tiefer oder schattiger und setze sie erst nach einigen Tagen an ihren endgültigen Platz. Halte Abstand zu Nachbarkorallen, denn viele Arten bilden Nesselfäden. Achte auf eine zur Art passende Strömung.
Anemonen können wandern – sichere Pumpen und Überläufe deshalb mit einem Schutzkorb. Bei Krustenanemonen (Zoanthus, Palythoa) beim Umgang immer Handschuhe und Augenschutz tragen, da sie Palytoxin enthalten können; die Kolonien niemals abkochen, abbürsten oder unter Druck abspülen.
Welche Wasserwerte brauchen Meerwassertiere?
Die meisten Riffbewohner fühlen sich in diesem Rahmen wohl: Salzgehalt 33–35 ‰ (Dichte etwa 1,023–1,025 bei 25 °C), Temperatur 24–26 °C, pH-Wert 8,0–8,4, KH 7–9 °dH, Calcium 400–450 mg/l und Magnesium 1.250–1.350 mg/l bei niedrigen Nitrat- und Phosphatwerten. Wichtiger als einzelne Spitzenwerte ist, dass die Werte stabil bleiben.
Artspezifische Angaben findest du jeweils in der Artikelbeschreibung.