Reeves-Schmetterlingsagame, Leiolepis reevesii
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Reeves-Schmetterlingsagame, Leiolepis reevesii
| Deutscher Name: | Reeves-Schmetterlingsagame |
| Wissenschaftlich: | Leiolepis reevesii |
| Synonyme: | Reeves Schmetterlingsagame, Reeves’ Schmetterlingsagame |
| Herkunft: | Südchina sowie Teile Vietnams, Kambodschas und Thailands |
| Lebensweise: | Bodenbewohnend und ausgeprägt grabend |
| Aktivitätszeit: | Tagaktiv, sonnenliebend, schnell und eher scheu |
| Haltungsform: | Geräumiges, helles Trockenterrarium mit tiefem Grabsubstrat |
| Mindestgröße des Geheges: | Empfohlen ab 150 × 80 × 80 cm für ein Einzeltier; bei Paarhaltung deutlich größer |
| Temperaturzonen: | Tags 25–30 °C, kühlere Zone 22–25 °C, Sonnenplatz 40–45 °C, nachts etwa 20–24 °C |
| Luftfeuchtigkeit: | Etwa 50–70 %, in tiefen Bauen örtlich höher |
| UV und Beleuchtung: | Sehr helle Grundbeleuchtung, Wärmestrahler und leistungsfähige UVB-Versorgung |
| Bodengrund: | Mindestens 25–35 cm tiefes, standfestes Sand-Lehm-Erde-Gemisch |
| Futter: | Wirbellose sowie ergänzend geeignete Blätter, Kräuter und Blüten |
| Sozialverhalten: | Männchen territorial; Einzelhaltung am sichersten, Paarhaltung nur unter sorgfältiger Beobachtung |
| Maximale Größe: | Etwa 30–40 cm Gesamtlänge, davon ein großer Anteil Schwanz |
| Lebenserwartung: | Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor. |
| Schutzstatus und Nachweise: | Nach aktueller Prüfung nicht CITES-gelistet; allgemeines Tier- und Artenschutzrecht beachten |
Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Reeves-Schmetterlingsagame (Leiolepis reevesii)
Die Reeves-Schmetterlingsagame stammt aus Südostasien und dem südlichen China. Ihr gesichertes Verbreitungsgebiet umfasst unter anderem Guangdong, Guangxi, Hainan und Macau sowie Regionen Vietnams, Kambodschas und Thailands. Sie bewohnt vor allem warme, offene Landschaften mit lockerem, sandigem oder sandig-lehmigem Boden. Dazu gehören küstennahe Ebenen, trockene Grasflächen, lichte Gebüschzonen, Böschungen und teilweise auch vom Menschen veränderte Flächen wie Obstgärten. Dichte, dauerhaft feuchte Wälder entsprechen dagegen nicht ihrem bevorzugten Lebensraum. Die Tiere sind tagsüber aktiv und nutzen sonnige Stellen zur Thermoregulation. Bei Gefahr verschwinden sie mit erstaunlicher Geschwindigkeit in ihren selbst gegrabenen Bauen. Solche Gangsysteme können deutlich tiefer reichen, als es die oberirdische Körpergröße erwarten lässt, und schützen vor Hitze, Fressfeinden sowie jahreszeitlichen Klimaschwankungen. Die oberste Bodenschicht ist häufig trocken und warm, während tiefer gelegene Bereiche ein ausgeglicheneres und etwas feuchteres Mikroklima bieten. Genau dieser Wechsel zwischen heller, heißer Oberfläche und geschütztem, klimatisch stabilem Bau muss auch bei der Terrariengestaltung berücksichtigt werden.
Das richtige Gehege
Für diese bewegungsfreudige Bodenagame zählt vor allem eine großzügige Grundfläche. Für ein einzelnes adultes Tier ist ein Terrarium ab etwa 150 × 80 × 80 cm sinnvoll; größer ist besonders bei sehr aktiven Exemplaren klar vorzuziehen. Eine Paarhaltung benötigt deutlich mehr Fläche, mehrere räumlich getrennte Sonnenplätze und voneinander unabhängige Grab- und Rückzugsbereiche. Die nutzbare Höhe muss neben einer tiefen Bodenschicht auch einen sicheren Abstand zu Wärme- und UVB-Leuchten ermöglichen. Türen, Lüftungsflächen und Kabeldurchführungen müssen ausbruchssicher sein, denn die Tiere können sehr schnell reagieren. Das Terrarium sollte bereits vollständig eingerichtet, klimatisch eingelaufen und in mehreren Zonen vermessen sein, bevor die Agame einzieht.
Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung
Das Herzstück der Einrichtung ist eine mindestens 25–35 cm tiefe, grabfähige Bodenschicht. Geeignet ist ein verdichtbares Gemisch aus Sand, ungedüngter Erde und Lehm, das stabile Gänge zulässt. Die Oberfläche darf überwiegend trocken sein, während tiefere Schichten stellenweise leicht feucht bleiben. Vorgefertigte Röhren oder unterirdische Höhlen erleichtern den Einstieg und ermöglichen Kontrollen. Schwere Steine, Wurzeln und Plattformen müssen direkt auf dem festen Terrarienboden stehen, damit sie nicht durch Untergraben einstürzen. Flache Wurzeln, Korkstücke und robuste Steinplatten schaffen Sichtschutz und erhöhte Beobachtungsplätze. Eine kleine, standfeste Wasserschale gehört ebenfalls zur Einrichtung. Ein großer Wasserteil ist für diese bodenbewohnende Art weder erforderlich noch passend.
UV, Beleuchtung und Wärme
Leiolepis reevesii ist tagaktiv und an sehr helle, offene Lebensräume angepasst. Eine kräftige Grundbeleuchtung mit tageslichtähnlichem Spektrum sollte deshalb mit einer hochwertigen, flächig wirksamen UVB-Quelle kombiniert werden. Der Wärmestrahler wird so platziert, dass ein heller Sonnenplatz entsteht, an dem der gesamte Rumpf bestrahlt werden kann. Zwischen Tier und UVB-Lampe dürfen sich weder Glas noch ungeeignete Kunststoffabdeckungen befinden. Abstand, Reflektor und Betriebsdauer richten sich nach den Herstellerangaben und werden am tatsächlich erreichbaren Aufenthaltsort kontrolliert. Eine Beleuchtungsdauer um zwölf Stunden eignet sich während der Hauptaktivitätszeit als Ausgangspunkt. Rückzugsbereiche müssen jederzeit Schutz vor Licht und Strahlungswärme bieten.
Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit
Während der aktiven Jahreszeit eignen sich allgemeine Tagestemperaturen von etwa 25–30 °C. Gleichzeitig sollte eine kühlere Zone mit ungefähr 22–25 °C verfügbar sein. Direkt unter dem Wärmestrahler sind Oberflächentemperaturen von etwa 40–45 °C angemessen, sofern das Tier frei zwischen warmen und kühlen Bereichen wählen kann. Nachts kann die Temperatur auf ungefähr 20–24 °C sinken. Die relative Luftfeuchtigkeit darf tagsüber meist bei etwa 50–70 % liegen; kurze Anstiege sind unproblematisch. Entscheidend ist kein gleichmäßig feuchtes Terrarium, sondern ein leicht feuchtes, thermisch stabiles Mikroklima in den unteren Bodenschichten und Bauen. Gute Querlüftung verhindert Staunässe und Schimmel. Temperatur und Feuchtigkeit sollten an der Oberfläche, in der kühlen Zone und im Grabsubstrat separat gemessen werden.
Fütterung und Mineralversorgung
Die Reeves-Schmetterlingsagame ernährt sich omnivor. Zum Speiseplan gehören geeignete Wirbellose wie Grillen, Heuschrecken, Schaben, Fliegenlarven und andere abwechslungsreich gefütterte Futterinsekten. Ergänzend werden geeignete Blattpflanzen, Wildkräuter und ungespritzte Blüten angeboten. Jungtiere benötigen meist einen höheren Anteil kleiner tierischer Nahrung; bei adulten Tieren kann pflanzliches Futter regelmäßiger einbezogen werden. Obst eignet sich wegen seines Zuckergehalts höchstens selten. Die Futtertiere sollten vor der Verfütterung hochwertig ernährt und passend mit Calcium sowie einem bedarfsgerechten Vitaminpräparat ergänzt werden. Dosierung und Vitamin-D3-Zufuhr müssen zur vorhandenen UVB-Versorgung passen. Frisches Wasser steht trotz der oft geringen sichtbaren Trinkaktivität jederzeit bereit.
Sozialverhalten
Die Tiere sind aufmerksam, sehr schnell und bei Störungen häufig scheu. Sie nutzen ihre Baue als sichere Rückzugsorte und sollten nicht regelmäßig ausgegraben oder herausgenommen werden. Männchen können gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen territorial reagieren. Eine Vergesellschaftung mehrerer Männchen ist daher nicht zu empfehlen. Auch eine Paarhaltung ist nur in einem großzügigen, gut strukturierten Terrarium mit mehreren Sonnen-, Futter- und Grabplätzen vertretbar. Futterverweigerung, dauerhaftes Verstecken, hektisches Fluchtverhalten oder das Blockieren wichtiger Plätze können auf sozialen Stress hinweisen und erfordern eine Trennung. Eine Vergesellschaftung mit anderen Reptilienarten ist nicht anzuraten.
Geschlechtsunterschiede
Adulte Männchen werden im Durchschnitt größer und besitzen einen kräftigeren, breiteren Kopf als Weibchen. Ihre seitliche Färbung ist häufig kontrastreicher und kann auffällige orange bis rötliche Bereiche mit dunkler Zeichnung zeigen. Beim Imponieren können die seitlichen Körperpartien abgeflacht und optisch verbreitert werden. Weibchen bleiben meist kleiner und wirken oft zurückhaltender gezeichnet. Färbung und Körperbau allein erlauben bei jungen oder wenig ausgefärbten Tieren jedoch keine immer sichere Geschlechtsbestimmung.
Fortpflanzung und Inkubation
Leiolepis reevesii pflanzt sich zweigeschlechtlich fort und legt Eier. Für untersuchte Populationen werden Gelege mit etwa zwei bis acht Eiern beschrieben. Die Fortpflanzungszeit liegt überwiegend im Frühjahr und Sommer; Laborbeobachtungen nennen Eiablagen zwischen Ende Mai und Mitte Juli. Zur Zahl der Jahresgelege liegen abweichende Angaben vor: Feldbezogene Daten sprechen von einem Gelege, während ältere Haltungsbeobachtungen ein Potenzial für mehrere Gelege erkennen ließen. Fortpflanzungsfähige Weibchen benötigen deshalb besonders tiefe, grabfähige und in unteren Bereichen leicht feuchte Eiablagezonen. Eine Zucht sollte nur mit sicher bestimmten, gesunden und unverwandten Tieren erfolgen. Belastbare artspezifische Inkubationsparameter sind nur begrenzt verfügbar, weshalb Temperatur und Feuchte nicht von verwandten Arten ungeprüft übernommen werden sollten.
Winterruhe oder saisonale Ruhe
Bei untersuchten Populationen wurde eine ausgeprägte winterliche Inaktivität von ungefähr Ende November bis Anfang März festgestellt. Die Tiere verbringen diese Zeit in tiefen, klimatisch stark gepufferten Bauen. Das ist nicht mit einer kalten europäischen Winterruhe gleichzusetzen. In menschlicher Obhut darf eine saisonale Ruhephase nur bei gesunden, gut eingewöhnten adulten Tieren und nach Herkunft sowie bisherigem Haltungsrhythmus geplant werden. Beleuchtungsdauer, Wärmeangebot und Fütterung werden schrittweise reduziert, niemals abrupt. Der geschützte Bau darf dabei nicht auskühlen oder vernässen. Jungtiere, geschwächte Tiere und neu eingetroffene Exemplare sollten nicht ohne fachkundige Beurteilung in eine Ruhephase geführt werden. Eine individuelle Abstimmung mit reptilienkundiger tierärztlicher Begleitung ist empfehlenswert.
Endgröße und Lebenserwartung
Die Reeves-Schmetterlingsagame erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu etwa 16,5 cm. Mit dem langen Schwanz kann die Gesamtlänge ungefähr 30–40 cm betragen; Männchen werden im Mittel größer und kräftiger als Weibchen. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Schutzstatus und rechtliche Hinweise
Leiolepis reevesii ist nach aktueller Prüfung nicht in den CITES-Anhängen geführt. In Deutschland greifen dennoch die allgemeinen Vorgaben des Tierschutzrechts zur bedürfnisgerechten Ernährung, Pflege und Unterbringung. Herkunftsländer können Entnahme, Besitz oder Ausfuhr unabhängig von CITES beschränken. Ein nachvollziehbarer Herkunftsnachweis sollte deshalb aufbewahrt und Nachzuchten sollten Wildfängen vorgezogen werden. Da sich Rechtslage und örtliche Vorschriften ändern können, ist der aktuelle Status vor Erwerb oder grenzüberschreitendem Transport bei den zuständigen Behörden zu prüfen.
Risiken und sicherer Umgang
Die Art ist nicht giftig, kann sich bei Bedrängung jedoch mit Krallen, Schwanzschlägen oder einem Biss verteidigen. Wegen ihrer Geschwindigkeit sollte sie möglichst innerhalb eines geschlossenen, übersichtlichen Bereichs umgesetzt werden. Das Ergreifen am Schwanz ist unbedingt zu vermeiden. Wärmestrahler müssen gegen direkten Kontakt gesichert und schwere Einrichtungsstücke gegen Untergraben stabilisiert sein. Nach Kontakt mit Tier, Bodengrund oder Wasserschale sind die Hände gründlich zu reinigen, da Reptilien auch ohne Krankheitsanzeichen Keime übertragen können.
Nice-to-Know
Der deutsche Name bezieht sich auf die auffälligen Flanken der Tiere. Besonders Männchen können den Körper seitlich abflachen und ihre farbigen Seitenfelder wirkungsvoll präsentieren. Trotz dieser Schauwirkung verbringen Reeves-Schmetterlingsagamen einen erheblichen Teil ihres Lebens in selbst gegrabenen Bauen. Wer sie beobachten möchte, braucht daher Geduld, eine ruhige Umgebung und eine Einrichtung, in der das natürliche Graben ausdrücklich erwünscht ist.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie werden Reptilien versendet?
Alle Reptilien sind Wirbelltiere und werden von uns, gemäß den gesetzlichen Bestimmungen, mit einem speziellen Tierkurier (GO!) per Übernachtexpress versendet. Der Versand von Reptilien erfolgt immer in einer stabilen, dickwandigen Styroporbox. Bei niedrigen Außentemperaturen werden die Tiere mit Heatpacks zusätzlich vor kalten Temperaturen geschützt.
Geschlechtsauswahl bei unseren Reptilien
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.