Riesendornschrecke, Trachyaretaon carmelae
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Riesendornschrecke, Trachyaretaon carmelae
| Deutscher Name: | Riesendornschrecke |
| Wissenschaftlich: | Trachyaretaon carmelae |
| Synonyme: | Brückners Dornschrecke, Carmelas Stabschrecke, Riesen-Dornschrecke |
| Herkunft: | Nördliche Philippinen, Provinz Cagayan und Babuyan-Inseln |
| Lebensweise: | Flügellose, überwiegend boden- und strauchnah lebende Gespenstschrecke |
| Aktivitätszeit: | Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv |
| Haltungsform: | Paarweise oder in einer kleinen, harmonischen Artgruppe |
| Mindestgröße des Terrariums: | Ab etwa 30 × 30 × 45 cm für ein Paar oder eine kleine Gruppe |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Etwa 20–25 °C bei ungefähr 70–80 % Luftfeuchte |
| Beleuchtung: | Heller Tag-Nacht-Rhythmus; keine besondere UVB-Beleuchtung erforderlich |
| Bodengrund und Einrichtung: | Mindestens 5–8 cm lockerer, leicht feuchter und grabfähiger Bodengrund |
| Futter: | Vor allem Brombeere und Efeu, außerdem geeignete Laubzweige |
| Sozialverhalten: | Innerartlich meist friedlich; ausgewogenes Geschlechterverhältnis günstig |
| Entwicklung: | Unvollständige Entwicklung vom Ei über Nymphenstadien zur Imago |
| Maximale Größe: | Weibchen bis etwa 13,5 cm, Männchen ungefähr 7,5–8 cm Körperlänge |
| Lebenserwartung: | Etwa 12–17 Monate ab dem Schlupf; Adultphase meist rund 5–10 Monate |
Herkunft und Lebensraum von Riesendornschrecke (Trachyaretaon carmelae)
Trachyaretaon carmelae stammt von den nördlichen Philippinen. Gesicherte Fundangaben liegen aus der Provinz Cagayan vor, darunter von Dalupiri und Calayan in der Inselgruppe der Babuyan Islands sowie aus dem Raum Santa Ana im Norden Luzons. Die Art wurde anhand von Tieren beschrieben, die auf Dalupiri gesammelt worden waren. Exemplare von Calayan wurden später zunächst unter dem Namen Trachyaretaon brueckneri bekannt; dieser Name gilt heute als jüngeres wissenschaftliches Synonym von Trachyaretaon carmelae. Ein großer Teil der in der Terraristik gepflegten Tiere geht auf einen Zuchtstamm von Calayan zurück. Da bei der vorliegenden Eingabe jedoch kein Fundort- oder Zuchtstammzusatz angegeben ist, wird eine solche Herkunft für den konkreten Artikel nicht vorausgesetzt. Die Tiere gehören zu den flügellosen philippinischen Dornschrecken und sind mit ihrer braunen, grünlichen oder rötlich braunen Zeichnung gut an strukturreiche Vegetation und bodennahe Bereiche angepasst. Über die genaue Lebensraumnutzung im Freiland liegen weniger detaillierte Angaben vor als über die Haltung. Im Terrarium sollte daher kein vermeintlich exaktes Naturbiotop nachgebaut werden; wichtiger sind ein feuchtwarmes, gut belüftetes Klima, geeignete Futterpflanzen, sichere Häutungsplätze und grabfähiger Boden.
Lebensweise und Verhalten
Die Riesendornschrecke ist vollständig flügellos und bewegt sich eher bedächtig. Tagsüber verharrt sie häufig ruhig zwischen Zweigen, Rinde oder Futterlaub und vertraut auf ihre unauffällige Färbung. Mit einsetzender Dämmerung werden die Tiere aktiver, fressen und erkunden ihre Umgebung. Obwohl sie regelmäßig an Zweigen klettern, halten sich insbesondere kräftige Weibchen auch bodennah auf und suchen dort geeignete Stellen zur Eiablage. Das Terrarium sollte deshalb sowohl stabile Kletterstrukturen als auch gut erreichbare Bodenflächen bieten.
Terrarium
Für ein Paar oder eine kleine Gruppe eignet sich ein gut belüftetes Terrarium ab etwa 30 × 30 × 45 cm. Bei mehreren ausgewachsenen Weibchen ist eine größere Grundfläche sinnvoll, damit ausreichend Eiablageplätze und Futterzweige angeboten werden können. Die Höhe muss freie Häutungen ermöglichen; unter den bevorzugten Sitzplätzen darf sich kein harter Einrichtungsgegenstand befinden. Engmaschige Lüftungsflächen und sicher schließende Türen verhindern das Entweichen kleiner Nymphen. Das Becken sollte nicht überfüllt werden, da Gedränge Häutungsprobleme und dauerhaften Stress begünstigen kann.
Bodengrund und Klettermöglichkeiten
Als Bodengrund eignet sich eine mindestens 5–8 cm hohe Schicht aus ungedüngtem Terrarienhumus, Kokoshumus oder einer lockeren Mischung mit Laubhumus. Sie wird gleichmäßig leicht feucht, aber niemals vernässt gehalten. Der grabfähige Boden ist nicht nur für das Mikroklima wichtig: Weibchen versenken ihre Eier mithilfe des Legeapparats im Substrat. Grobe, scharfkantige Bestandteile sowie gedüngte Blumenerde sind ungeeignet. Eine dünne Laubauflage und einzelne Rindenstücke schaffen Deckung. Futterreste und sichtbarer Schimmel sollten regelmäßig entfernt werden, ohne den gesamten Boden ständig umzuwühlen.
Bepflanzung und Einrichtung
Eine feste Lebendbepflanzung ist nicht erforderlich, da frische Futterzweige zugleich Nahrung, Deckung und Kletterraum bieten. Wer das Terrarium bepflanzt, sollte robuste, ungiftige und garantiert unbehandelte Gewächse wählen. Die Bepflanzung darf weder die Luftzirkulation behindern noch den Zugang zum Eiablageboden versperren. Praktisch sind herausnehmbare Zweigvasen mit enger oder abgedeckter Öffnung, damit Nymphen nicht ins Wasser fallen können. Senkrechte und schräg angeordnete Äste erweitern das nutzbare Bewegungs- und Häutungsangebot.
Klima und Beleuchtung
Bewährt haben sich Temperaturen von etwa 20–25 °C; Werte um 22–24 °C sind für die normale Haltung gut geeignet. Eine leichte nächtliche Absenkung ist unproblematisch. Die relative Luftfeuchte kann ungefähr 70–80 % betragen. Dazu werden Einrichtung und eine Seite des Bodens regelmäßig mäßig besprüht. Gleichzeitig ist eine gute Luftzirkulation entscheidend, denn dauerhaft nasse Flächen und stehende Luft fördern Schimmel und können Häutungen erschweren. Das Substrat sollte leicht feucht bleiben, während Futterlaub und Tiere zwischen den Sprühintervallen wieder abtrocknen können. Eine intensive Wärmebestrahlung ist in normal temperierten Wohnräumen meist nicht nötig.
Fütterung und Wasserversorgung
Als zuverlässiges Hauptfutter dienen frische Blätter von Brombeeren. Auch Efeu wird regelmäßig angenommen; außerdem kommen je nach Zuchtstamm unter anderem Himbeere, Rose, Eiche, Hasel und Feuerdorn infrage. Neue Pflanzenarten sollten zunächst zusätzlich zum bewährten Futter angeboten werden. Die Zweige müssen frei von Pflanzenschutzmitteln, Straßenstaub und tierischen Verunreinigungen sein. Vor dem Einstellen werden sie gründlich abgespült. Frisches Laub sollte ständig verfügbar sein und ausgetauscht werden, bevor es vollständig welkt. Wasserröhrchen oder Vasen sind so eng zu verschließen, dass keine Nymphe hineinfallen kann.
Einzel- oder Gruppenhaltung
Trachyaretaon carmelae lässt sich gewöhnlich paarweise oder in einer kleinen Artgruppe halten. Die Tiere gelten innerartlich als überwiegend friedlich. Erwachsene Männchen sitzen häufig über längere Zeit auf dem Rücken eines Weibchens und lassen sich von ihm mittragen. Bei einem starken Männchenüberschuss kann dieses Verhalten für Weibchen zur Belastung werden, weshalb ein ausgeglichenes oder weibchenbetontes Geschlechterverhältnis sinnvoll ist. Eine Vergesellschaftung mit anderen Arten wird nicht empfohlen: Unterschiedliche Ansprüche, Konkurrenz um Häutungsplätze und eine erschwerte Kontrolle von Eiern und Nymphen überwiegen mögliche Vorteile.
Geschlechtsunterschiede
Ausgewachsene Weibchen sind mit bis zu etwa 13,5 cm deutlich größer, massiger und breiter gebaut als die ungefähr 7,5–8 cm langen Männchen. Am Hinterleibsende der Weibchen ist der für die Ablage im Boden geeignete, leicht gebogene Legeapparat erkennbar. Männchen bleiben schlanker und besitzen charakteristisch ausgebildete Begattungsorgane am Hinterleibsende. Die Geschlechter lassen sich bereits bei älteren Nymphen zunehmend unterscheiden; eine sichere Beurteilung gelingt jedoch leichter mit fortschreitender Entwicklung.
Fortpflanzung und Eiablage
Die in der Terraristik geführte Art vermehrt sich regulär geschlechtlich. Nach der Paarung versenkt das Weibchen die dunklen, ungefähr 5 mm langen Eier einzeln im lockeren Bodengrund. Deshalb muss stets eine ausreichend tiefe, leicht feuchte Eiablageschicht vorhanden sein. Bei geeigneten Bedingungen schlüpfen die Nymphen meist nach ungefähr drei bis fünf Monaten. Die Eier dürfen weder austrocknen noch dauerhaft nass liegen; gute Belüftung und zurückhaltende Feuchtigkeit reduzieren Schimmelrisiken. Da die Eier Kotpartikeln ähneln, sollte gebrauchter Bodengrund nicht vorschnell entsorgt werden. Bei erfolgreicher Zucht ist der Bestand frühzeitig zu begrenzen, damit das Terrarium nicht überbesetzt wird.
Entwicklung, Häutung und Metamorphose
Als Gespenstschrecke durchläuft Trachyaretaon carmelae eine unvollständige Entwicklung, also eine hemimetabole Entwicklung. Aus dem Ei schlüpft direkt eine kleine, bereits lauf- und fressfähige Nymphe. Es gibt weder eine Larve im Sinne eines Käfers oder Schmetterlings noch ein Puppenstadium. Die Nymphen ähneln den erwachsenen Tieren zunehmend und wachsen über mehrere Häutungen heran. Bis zur Imago werden unter geeigneten Bedingungen ungefähr sieben Monate angegeben. Während jeder Häutung benötigen die Tiere ausreichend freien Raum, sicheren Halt und eine passende Luftfeuchte. Störungen, Umsetzen oder Anfassen sind in dieser empfindlichen Phase zu vermeiden.
Endgröße und Lebenserwartung
Weibchen erreichen eine Körperlänge von bis zu etwa 13,5 cm und gehören damit zu den großen Vertretern der Obriminae. Männchen bleiben mit ungefähr 7,5–8 cm deutlich kleiner und schlanker. Die artspezifische Lebenserwartung wird in Haltungsangaben unterschiedlich beziffert: Die Adultphase dauert meist rund 5–10 Monate, wobei Weibchen tendenziell länger leben können als Männchen. Zusammen mit der ungefähr siebenmonatigen Nymphenentwicklung ergibt sich ab dem Schlupf eine vorsichtige Spanne von etwa 12–17 Monaten. Temperatur, Geschlecht und Haltungsbedingungen können die tatsächliche Lebensdauer beeinflussen.
Abwehrverhalten und Sicherheit
Die wichtigste Verteidigung besteht aus Tarnung, regungslosem Verharren und der dornig wirkenden Körperform. Bei Störung können sich die Tiere am Untergrund festklammern oder Abwehrbewegungen zeigen. Ein Biss durch ein kräftiges Weibchen ist selten, wurde bei dieser Art jedoch beobachtet. Die Riesendornschrecke besitzt keinen Giftstachel. Sie sollte möglichst auf einem Zweig umgesetzt und nicht gewaltsam von ihrer Unterlage gelöst werden. Kinder sollten die Tiere nur unter Aufsicht beobachten oder behutsam handhaben.
Nice-to-Know
Die Art wird in der internationalen Zuchtliste unter der Nummer PSG 255 geführt. Ihr früher weitverbreiteter Name Trachyaretaon brueckneri wurde erst vergleichsweise spät formal mit Trachyaretaon carmelae synonymisiert und ist deshalb noch häufig in älteren Haltungsberichten und Angebotslisten zu finden. Auffällig sind die gelblichen Augen sowie die variable Grundfärbung, die von verschiedenen Brauntönen bis zu grünlichen oder rötlichen Nuancen reichen kann. Erwachsene Tiere sind flügellos und zeigen einen kräftigen, rau wirkenden Körperbau.
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