Schachbrett-Doppelschleiche, Trogonophis wiegmanni
502,99 €*
151 Bonuspunkte für diesen Artikel (Wert 15,10 €)
Versand 28,99 € · Tierkurier mit Thermobox · ein Versand für alle Tiere
Lieferung in 2-5 Tagen
Versand in Thermobox, bei Kälte mit Wärmepack · Geld zurück, falls ein Tier nicht lebend ankommt
Schachbrett-Doppelschleiche, Trogonophis wiegmanni
| Deutscher Name: | Schachbrett-Doppelschleiche |
| Wissenschaftlich: | Trogonophis wiegmanni |
| Synonyme: | Schachbrettschleiche, Wiegmanns Spitzschwanz-Doppelschleiche |
| Herkunft: | Nordwestafrika: Marokko, Nordalgerien und westliches bis nordöstliches Tunesien |
| Lebensweise: | Nahezu vollständig unterirdisch lebend und ausgeprägt grabend |
| Aktivitätszeit: | Im Bodengrund aktiv; oberirdisch nur selten zu beobachten |
| Haltungsform: | Ruhiges, ausbruchsicheres Bodenterrarium mit Feuchtegradient |
| Mindestgröße des Geheges: | Ab etwa 80 × 50 × 40 cm für ein Einzeltier oder ein harmonierendes Paar |
| Temperaturzonen: | Bodengrund etwa 21–27 °C, lokal wärmer; kühler Rückzugsbereich erforderlich |
| Luftfeuchtigkeit: | Keine gleichmäßige Nässe; tiefere Substratzonen dauerhaft leicht feucht halten |
| UV und Beleuchtung: | Tageslichtzyklus und schwache UVB-Versorgung bei vielen Schattenplätzen |
| Bodengrund: | Mindestens 15–20 cm grabfähiges Sand-Erde-Gemisch |
| Futter: | Kleine Wirbellose, besonders Insektenlarven, Grillen und geeignete Schnecken |
| Sozialverhalten: | Paarbindungen möglich; gleichgeschlechtliche Vergesellschaftung kritisch prüfen |
| Maximale Größe: | Meist etwa 15–22 cm Gesamtlänge |
| Lebenserwartung: | Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor. |
| Schutzstatus und Nachweise: | Derzeit nicht im Washingtoner Artenschutzübereinkommen gelistet; örtliche Vorgaben prüfen |
Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Schachbrett-Doppelschleiche (Trogonophis wiegmanni)
Die Schachbrett-Doppelschleiche stammt aus dem nordwestlichen Afrika. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Marokko über den Norden Algeriens bis in westliche und nordöstliche Bereiche Tunesiens. Politisch zu Spanien gehörende Inseln nahe der marokkanischen Küste beherbergen ebenfalls untersuchte Populationen. Die Art bewohnt keineswegs nur trockenen, offenen Wüstenboden. Nachgewiesen ist sie unter anderem in mediterranen Buschlandschaften, Grasland, Steppen, lichten Eichen- und Wacholderbeständen sowie in traditionell bewirtschafteten Flächen und an Straßenrändern. Entscheidend ist weniger die oberirdische Vegetation als ein geeigneter Boden: Er muss grabfähig sein, darf nicht stark verdichtet sein und sollte lokal ausreichend Feuchtigkeit speichern. Besonders häufig halten sich die Tiere in sandigen oder lockeren Böden unter flachen Steinen, in der Nähe von Sträuchern und zwischen Laubauflagen auf. Dort finden sie ein ausgeglicheneres Mikroklima und zugleich ihre wirbellose Beute. Obwohl Teile des Verbreitungsgebietes sommerlich trocken sind, nutzt die Art im Untergrund gezielt feuchtere Zonen. Das Terrarium sollte deshalb keinen gleichmäßig trockenen Wüstenkasten darstellen, sondern einen abwechslungsreichen, mediterran geprägten Bodenlebensraum mit Wärme- und Feuchtegefälle nachbilden.
Das richtige Gehege
Für dieses nahezu vollständig grabend lebende Reptil eignet sich ein flaches, gut belüftetes Bodenterrarium. Für ein Einzeltier oder ein nachweislich harmonierendes Paar ist eine Grundfläche ab etwa 80 × 50 cm bei rund 40 cm Höhe praxisgerecht; zusätzliche Bodenfläche ist wertvoller als große Kletterhöhe. Das Becken muss absolut ausbruchsicher sein, denn schmale Spalten und lockere Schiebescheiben können schnell zum Fluchtweg werden. Ein ruhiger, erschütterungsarmer Standort ist besonders wichtig. Die Tiere reagieren auf Bodenschwingungen und sollten nicht neben Türen, Lautsprechern oder häufig begangenen Laufwegen stehen. Da sie nur selten sichtbar sind, erfolgt die Zustandskontrolle möglichst über Futteraufnahme, Kot, Körpergewicht und behutsame Sichtkontrollen statt durch regelmäßiges Umgraben. Neue Tiere sollten zunächst einzeln unter Quarantänebedingungen beobachtet und reptilienkundig tierärztlich untersucht werden.
Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung
Das Kernstück der Einrichtung ist eine mindestens 15–20 cm tiefe, grabfähige Bodenschicht. Bewährt ist eine strukturstabile Mischung aus ungedüngter Erde und gewaschenem Sand, die leicht bindet, ohne hart oder schlammig zu werden. Eine Seite darf flacher und trockener, die andere tiefer und im unteren Bereich leicht feucht angelegt werden. So kann das Tier zwischen unterschiedlichen Mikroklimata wählen. Mehrere flache, standsicher auf dem Beckenboden aufliegende Steinplatten oder Schieferstücke schaffen wichtige Kontaktverstecke. Schwere Einrichtung darf niemals lose auf dem Substrat liegen, da untergrabene Steine einstürzen könnten. Laub und etwas morsches Holz bereichern die obere Bodenzone, dürfen aber die Kontrolle nicht verhindern. Eine sehr flache Wasserschale gehört trotz der versteckten Lebensweise zur Grundausstattung. Staunässe, scharfkantiger Splitt, reiner trockener Sand und stark verdichtende Lehmböden sind ungeeignet.
UV, Beleuchtung und Wärme
Ein klarer Tag-Nacht-Rhythmus von etwa zehn bis zwölf Stunden unterstützt die jahreszeitliche Orientierung. Da die Schachbrett-Doppelschleiche überwiegend unterirdisch und unter Steinen lebt, benötigt sie keine intensive, großflächige Bestrahlung. Eine schwache UVB-Quelle über einem Teil des Terrariums kann angeboten werden, sofern zugleich vollständig beschattete und tiefe Rückzugsräume vorhanden sind. UVB-Strahlung dringt nicht zuverlässig durch Glas. Die Beleuchtung sollte daher fachgerecht im oder über dem geeigneten Lüftungsbereich montiert und gegen Tierkontakt gesichert werden. Entscheidend ist, dass Lampen den Bodengrund nicht flächig austrocknen. Helligkeit und Wärme werden am besten nur in einer begrenzten Zone erzeugt, während der übrige Boden kühlere und dunklere Bereiche behält.
Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit
Die Art reguliert ihre Körpertemperatur vor allem über den Kontakt mit unterschiedlich warmem Boden. Im Terrarium sollte deshalb ein Bodentemperaturgefälle entstehen: In der aktiven Jahreszeit sind ungefähr 21–27 °C in den nutzbaren Substratzonen passend, während ein begrenzter Bereich unter einer flachen Steinplatte zeitweise wärmer werden darf. Oberflächentemperaturen um 30 °C sind nur lokal anzubieten; das Tier muss jederzeit in kühlere Bodenschichten ausweichen können. Wärmequellen werden grundsätzlich thermostatisch geregelt. Statt die gesamte Luftfeuchtigkeit hochzuhalten, wird nur die tiefere Substratseite regelmäßig befeuchtet. Der Boden soll dort frisch bis leicht feucht, aber weder nass noch muffig sein. Die trocknere Seite darf oberflächlich abtrocknen. Digitale Fühler in verschiedenen Bodentiefen sind aussagekräftiger als eine einzige Messung der Raumluft.
Fütterung und Mineralversorgung
In der Natur frisst die Schachbrett-Doppelschleiche verschiedene Bodenwirbellose. Untersuchte Tiere nahmen besonders Insektenlarven und -puppen sowie kleine Schnecken auf; außerdem gehören Asseln, Käfer und Ameisen zum Beutespektrum, werden jedoch nicht immer entsprechend ihrer Häufigkeit genutzt. Im Terrarium eignen sich abwechslungsreich angebotene, passend kleine Grillen, Heimchen, Schaben, Fliegenlarven sowie Larven und Puppen geeigneter Futterkäfer. Mehlwürmer sollten wegen ihres ungünstigen Nährstoffverhältnisses nicht das alleinige Hauptfutter bilden. Kleine, hygienisch einwandfreie Landschnecken können das Spektrum ergänzen, dürfen aber nicht aus belasteten oder mit Pflanzenschutzmitteln behandelten Flächen stammen. Futter wird zwei- bis dreimal wöchentlich unter vertrauten Steinplatten platziert und sparsam mit einem geeigneten Mineralstoffpräparat ergänzt. Frisch abgetötete Futtertiere erleichtern die Kontrolle und verhindern, dass entkommene Insekten das Tier im Gangsystem belästigen. Reste sind spätestens am Folgetag zu entfernen.
Sozialverhalten
Freilandbeobachtungen zeigen, dass erwachsene Männchen und Weibchen zeitweise als Paar unter demselben Stein leben und vertraute Partner anhand chemischer Signale unterscheiden können. Auch Jungtiere wurden gemeinsam mit erwachsenen Tieren gefunden. Daraus lässt sich jedoch keine uneingeschränkte Gruppenverträglichkeit für das Terrarium ableiten. Gleichgeschlechtliche erwachsene Tiere wurden in der Natur kaum gemeinsam angetroffen, und aus der Haltung liegen sowohl Berichte über funktionierende Kleingruppen als auch über Unverträglichkeiten vor. Die sichere Ausgangslösung ist daher Einzelhaltung. Eine Paarhaltung kommt nur in einem gut strukturierten Becken mit mehreren getrennten Rückzugs- und Futterstellen infrage. Fressverhalten und Körperzustand müssen engmaschig kontrolliert werden. Bei Verdrängung, Verletzungen oder Gewichtsverlust sind die Tiere umgehend zu trennen.
Geschlechtsunterschiede
Die Geschlechter sind äußerlich nur schwer sicher zu unterscheiden. Männchen besitzen im Verhältnis zur Körperlänge durchschnittlich einen etwas größeren und breiteren Kopf, während Weibchen häufig kräftiger wirken können. Diese Merkmale überschneiden sich jedoch deutlich und erlauben bei einem einzelnen Tier keine verlässliche Geschlechtsbestimmung. Eine Zuordnung sollte deshalb nur durch erfahrene Fachleute und möglichst anhand mehrerer Merkmale erfolgen. Unsachgemäßes Sondieren ist bei dem kleinen, langgestreckten Körper mit erheblichem Verletzungsrisiko verbunden.
Fortpflanzung und Inkubation
Die Schachbrett-Doppelschleiche ist innerhalb ihrer Familie eine Besonderheit, denn sie bringt lebende Jungtiere zur Welt. Aus Freiland- und Haltungsbeobachtungen sind Würfe von meist zwei bis fünf Jungtieren bekannt; in einzelnen Populationen können kleinere Würfe auftreten. Paarungen werden nach der kühleren Jahreszeit vermutet, die Geburten liegen gewöhnlich gegen Ende des Sommers. In einer dokumentierten Haltung wurden nach einer mehrmonatigen kühlen Ruhephase zwei bis vier Jungtiere geboren. Trächtige Weibchen sollten besonders wenig gestört und bei Bedarf separat untergebracht werden. Die Jungtiere werden in einem eigenen, identisch aufgebauten Bodenterrarium gepflegt und nehmen kleine Insektenlarven, Puppen und andere geeignete Wirbellose an. Eine Zucht sollte nur mit eindeutig legaler Herkunft, gesunden Elterntieren und vorbereiteten Aufzuchtplätzen begonnen werden.
Winterruhe oder saisonale Ruhe
Eine kontrollierte kühlere Winterphase entspricht dem jahreszeitlichen Rhythmus des nordafrikanischen Verbreitungsgebietes und wurde auch bei erfolgreicher Terrariennachzucht eingesetzt. Für gesunde, gut konditionierte Tiere kann die Temperatur von etwa Dezember bis März schrittweise auf ungefähr 14–16 °C gesenkt werden. Gleichzeitig wird die Beleuchtungsdauer auf etwa acht Stunden verkürzt und die lokale Wärmequelle abgeschaltet. Das Substrat darf während dieser Zeit nicht austrocknen; eine leicht feuchte Rückzugszone bleibt erhalten. Vor Beginn und nach Ende der Ruhephase werden Temperatur und Tageslänge langsam verändert. Geschwächte, erkrankte oder nicht sicher eingewöhnte Tiere dürfen nicht ohne reptilienkundige tierärztliche Abklärung abgekühlt werden. Eine unkontrollierte Überwinterung bei stark schwankenden Kellertemperaturen ist ungeeignet.
Endgröße und Lebenserwartung
Erwachsene Schachbrett-Doppelschleichen erreichen meist etwa 15–22 cm Gesamtlänge. Bei Freilandmessungen wurden für erwachsene Tiere Kopf-Rumpf-Längen bis ungefähr 18 cm erfasst; abweichende Maximalangaben können durch unterschiedliche Messweisen entstehen. Der Körper ist beinlos, annähernd zylindrisch und von ringförmig angeordneten Schuppenreihen umgeben. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Schutzstatus und rechtliche Hinweise
Trogonophis wiegmanni wird nach derzeitiger Quellenlage nicht in den Anhängen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens geführt. Unabhängig davon sind die jeweils aktuellen deutschen, landesrechtlichen und kommunalen Vorgaben zur Reptilienhaltung zu beachten. Kaufbeleg und nachvollziehbarer Herkunftsnachweis sollten dauerhaft aufbewahrt werden. Da im Verbreitungsgebiet regionaler Schutz und Ausfuhrbestimmungen gelten können, sind ausschließlich Tiere aus legaler, dokumentierter Herkunft zu erwerben. Die internationale Gefährdungseinstufung lautet derzeit „nicht gefährdet“, beruht jedoch auf einer älteren Bewertung und ersetzt keine Prüfung des konkreten Herkunftsnachweises.
Risiken und sicherer Umgang
Die Schachbrett-Doppelschleiche ist nicht giftig und gilt nicht als gefährliches Reptil. Bei starkem Festhalten kann sie sich kräftig winden, mit Kopf und Schwanz schlagen oder zubeißen. Das Tier sollte daher nur angefasst werden, wenn eine Kontrolle oder tierärztliche Maßnahme es erfordert. Niemals am Körper ziehen, wenn es sich in einem Gang oder unter einem Stein verkeilt hat. Nach Kontakt mit Tier, Substrat oder Futterinsekten sind die Hände gründlich zu waschen. Schwangere, kleine Kinder und immungeschwächte Personen sollten bei Reinigungsarbeiten die üblichen zusätzlichen Hygienemaßnahmen beachten.
Nice-to-Know
Doppelschleichen sind trotz ihres schlangenähnlichen Aussehens keine Schlangen. Ihr Körperbau ist hoch spezialisiert: Der kompakte Kopf schiebt Erde zur Seite, während die ringförmige Beschuppung kontrollierte Bewegungen in beide Richtungen ermöglicht. Die Schachbrett-Doppelschleiche orientiert sich im dunklen Boden vor allem über Gerüche und feinste Erschütterungen. Sie ist deshalb kein Tier für häufiges Handling oder dauernde Sichtbeobachtung. Besonders spannend ist vielmehr das indirekte Erleben ihres verborgenen Lebens – etwa anhand neu entstandener Gänge, verschobener Laubstücke und verschwundener Futtertiere.
Anmelden
Fragen zum Artikel
Noch keine Fragen vorhanden.
Eigene Frage stellen
Die Antwort erscheint in der Regel innerhalb von 30 bis 45 Minuten nach Ihrer Frage.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie werden Reptilien versendet?
Alle Reptilien sind Wirbelltiere und werden von uns, gemäß den gesetzlichen Bestimmungen, mit einem speziellen Tierkurier (GO!) per Übernachtexpress versendet. Der Versand von Reptilien erfolgt immer in einer stabilen, dickwandigen Styroporbox. Bei niedrigen Außentemperaturen werden die Tiere mit Heatpacks zusätzlich vor kalten Temperaturen geschützt.
Geschlechtsauswahl bei unseren Reptilien
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.