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Silber-Tausendfüßer, Spirobolus sp.

Lebendiger Waldboden

Laub und Weißholz bilden zugleich Nahrung und Versteck.

Tiefes Substrat

Genügend Bodentiefe ermöglicht Rückzug und sichere Häutung.

Ruhiger Beobachter

Dämmerungsaktiv und passend eingerichtet gut zu beobachten.

Kalzium stets bereit

Eine dauerhafte Mineralquelle unterstützt den Panzeraufbau.

Silber-Tausendfüßer, Spirobolus sp.


Auf einen Blick: Silber-Tausendfüßer, Spirobolus sp.
Deutscher Name:Silber-Tausendfüßer
Wissenschaftlich:Spirobolus sp.
Synonyme:Silberner Tausendfüßer, Silberfarbener Tausendfüßer
Herkunft:Gattung aus Ostasien; genaue Art und Herkunft dieses Handelsstamms unbekannt
Lebensweise:Bodenbewohnender Zersetzer, überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv
Gruppenhaltung:Meist friedlich; Gruppenhaltung bei ausreichend Raum und Futter möglich
Mindestgröße des Terrariums:Grundfläche an der Körperlänge ausrichten, Substrat mindestens körperhoch
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Feucht und gut belüftet; Temperatur wegen ungeklärter Herkunft vorsichtig wählen
Bodengrund und Substrattiefe:Tiefes, lockeres Laubwaldsubstrat mit viel Laub und morschem Weißholz
Futter:Verrottendes Laub und Weißholz, ergänzt durch wenig Gemüse und Protein
Kalziumversorgung:Sepiaschale oder reines Kalzium dauerhaft frei verfügbar anbieten
Häutung:Unterirdisch; während längerer Ruhephasen keinesfalls ausgraben
Fortpflanzung:Grundsätzlich möglich, artspezifische Bedingungen jedoch nicht dokumentiert
Maximale Größe:Endgröße aufgrund der unbestimmten Art nicht zuverlässig anzugeben
Wehrsekrete und Vorsichtsmaßnahmen:Rollt sich ein und kann hautreizendes, färbendes Wehrsekret abgeben
Im Detail: Silber-Tausendfüßer, Spirobolus sp.

Herkunft und Lebensraum von Silber-Tausendfüßer (Spirobolus sp.)

Die Bezeichnung Spirobolus sp. steht nicht für eine vollständig bestimmte Art, sondern lediglich für einen nicht näher identifizierten Vertreter der Gattung Spirobolus. Diese Gattung ist nach heutiger enger taxonomischer Auffassung in Ostasien verbreitet und aus China, Taiwan sowie dem südwestlichen Japan bekannt. Einzelne Arten besiedeln dort sehr unterschiedliche Höhenlagen und Lebensräume. Typisch sind bodennahe, durch Laub, Totholz und Humus geprägte Bereiche, in denen die Tiere Nahrung, Feuchtigkeit und geschützte Plätze für die Häutung finden. Der Zusatz „Silber“ ist als beschreibender Handelsname zu verstehen. Er belegt weder eine eigenständige Art noch eine bestimmte Fundortform oder Zuchtlinie. Eine sichere Verbindung dieses Namens zu einer wissenschaftlich beschriebenen Art ließ sich nicht herstellen. Auch eine genaue Herkunft des angebotenen Handelsstamms ist damit nicht belastbar ableitbar. Das ist für die Haltung wichtig, denn Temperaturansprüche, Endgröße und Fortpflanzungsrhythmus können innerhalb nur grob bestimmter Handelsgruppen abweichen. Bis eine Herkunft oder Artbestimmung nachgereicht werden kann, sollte das Terrarium deshalb mit einem gut beobachtbaren Feuchte- und Temperaturgefälle eingerichtet werden. Auffällige Abweichungen beim Verhalten sollten als Anlass dienen, die Bedingungen behutsam anzupassen.

Lebensweise und Gruppenhaltung

Der Silber-Tausendfüßer lebt überwiegend am und im Boden. Tagsüber hält er sich häufig unter Laub, Rindenstücken oder im Substrat verborgen; bei gedämpftem Licht und in den Abendstunden wird er eher sichtbar. Sein langsames Durchwandern der Laubschicht gehört zum natürlichen Such- und Fressverhalten. Längere unterirdische Phasen sind nicht automatisch ein Krankheitszeichen, sondern können mit Ruhe, Trockenheit, Häutung oder Fortpflanzung zusammenhängen. Das Terrarium sollte daher nicht ständig umgestaltet werden. Gleichartig erscheinende Tiere können bei reichlich Fläche, Verstecken und Futter meist gemeinsam gepflegt werden. Von einer Vergesellschaftung mit anderen Tausendfüßerarten, Asseln oder räuberischen Wirbellosen ist bei ungeklärter Artzugehörigkeit abzuraten: Nahrungskonkurrenz, Störungen während der Häutung und Übergriffe auf Eier oder Jungtiere lassen sich nicht sicher ausschließen.

Terrarium

Entscheidend ist weniger die Höhe über dem Bodengrund als eine großzügige Grundfläche mit tiefer Substratschicht. Die nutzbare Länge des Behälters sollte mindestens etwa der doppelten späteren Körperlänge entsprechen; mehr Bewegungsraum erleichtert die Anlage unterschiedlicher Feuchtezonen. Für mehrere Tiere muss die Fläche entsprechend erweitert werden. Das Substrat sollte mindestens so tief sein wie die Tiere lang sind, bei größeren Exemplaren möglichst 12 bis 15 cm oder tiefer. Eine dicht schließende, ausbruchssichere Abdeckung ist notwendig, denn Tausendfüßer können an Einrichtungsgegenständen überraschend gut aufsteigen. Gleichzeitig braucht das Terrarium eine wirksame Querlüftung. Flache Korkstücke, Laubansammlungen und halb eingegrabene, morsche Hartholzstücke schaffen geschützte Aufenthaltsplätze, ohne die verfügbare Bodenfläche zu blockieren.

Nahrhafter Bodengrund und Substrattiefe

Der Bodengrund ist bei Tausendfüßern zugleich Lebensraum, Häutungsplatz und Hauptnahrung. Geeignet ist eine mindestens körperhohe, besser deutlich tiefere Mischung aus ungedüngter Lauberde, reichlich zerkleinertem Laub und stark zersetztem Weißholz von ungiftigen Laubbäumen. Das Holz muss weich, faserig und bereits weitgehend verrottet sein; frisches Holz besitzt kaum Futterwert. Eine zusätzliche Laubdecke schützt die Oberfläche vor schnellem Austrocknen und wird nach und nach gefressen. Kokoshumus kann höchstens als kleiner strukturgebender Anteil dienen, ersetzt aber weder Laub noch Weißholz. Nadelholz, harzreiche Rinde, gedüngte Blumenerde und Material aus pestizidbelasteten Sammelgebieten sind ungeeignet. Das Substrat wird nicht routinemäßig vollständig ausgetauscht. Verbrauchte Bereiche werden abschnittsweise mit frischem Laub, Weißholz und Lauberde ergänzt, damit eingegrabene Tiere, Eier und Jungtiere möglichst ungestört bleiben.

Klima und Beleuchtung

Da die Art und der genaue Fundort nicht feststehen, wäre eine eng gefasste artspezifische Klimavorgabe unseriös. Als vorsichtiger Ausgangspunkt eignet sich eine mäßig warme Haltung um etwa 20 bis 24 °C mit einem leichten Gefälle im Behälter. Starke Hitze und direkte Sonneneinstrahlung sind zu vermeiden. Der Bodengrund soll in den unteren Schichten gleichmäßig leicht feucht bleiben, darf aber weder vernässen noch muffig und sauer werden. Die Oberfläche kann stellenweise etwas abtrocknen, während eine feuchtere Rückzugszone erhalten bleibt. So können die Tiere ihren bevorzugten Bereich selbst wählen. Gute seitliche Belüftung verhindert Staunässe, ohne das Substrat vollständig auszutrocknen. Kondenswasser allein ist kein zuverlässiger Feuchteindikator; entscheidend ist der Zustand des Bodengrunds. Sobald belastbare Angaben zur Herkunft vorliegen, sollten Temperatur und Feuchterhythmus überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Fütterung und Kalziumversorgung

Den größten Teil der Nahrung liefert das Terrariensubstrat. Ständig verfügbar sein müssen gut zersetztes Laub und weiches Weißholz von Laubbäumen. Besonders geeignet sind beispielsweise Eiche, Buche oder Ahorn aus unbelasteten Gebieten. Ergänzend können kleine Portionen Zucchini, Kürbis, Süßkartoffel, Karotte oder Pilz angeboten werden. Obst sollte wegen seines hohen Zuckergehalts nur selten gegeben werden. Gelegentliche geringe Mengen eines geeigneten proteinreichen Ergänzungsfutters können sinnvoll sein, dürfen die pflanzliche Grundnahrung jedoch nicht ersetzen. Frischfutterreste sind zu entfernen, bevor sie stark schimmeln oder Fruchtfliegen anziehen. Wird Laub oder Holz sichtbar knapp, muss es nachgelegt werden; ein scheinbar voller Bodengrund kann bereits weitgehend ausgezehrt sein. Trinkwasser wird vor allem über feuchte Nahrung und den Bodengrund aufgenommen. Eine sehr flache, standsichere Wasserschale kann zusätzlich angeboten werden.

Häutung im Substrat

Tausendfüßer häuten sich überwiegend geschützt im Substrat. Vor einer Häutung ziehen sie sich oft für längere Zeit zurück und stellen die oberirdische Aktivität ein. In dieser Phase darf nicht nach dem Tier gegraben werden, da der frische Panzer weich ist und bereits leichte Störungen zu schweren Verletzungen führen können. Auch eine scheinbar ungewöhnlich lange Abwesenheit rechtfertigt kein Freilegen, solange keine eindeutigen Hinweise auf ein Problem bestehen. Der Bodengrund muss tief, locker und in den unteren Bereichen gleichmäßig feucht bleiben. Nach der Häutung wird die abgestreifte Hülle häufig ganz oder teilweise gefressen, wodurch wertvolle Mineralstoffe zurückgewonnen werden. Sie sollte deshalb im Terrarium verbleiben. Jungtiere durchlaufen zahlreiche Häutungen und erhalten dabei zusätzliche Körperringe und Beinpaare. Eine dauerhaft verfügbare Kalziumquelle unterstützt den Aufbau des neuen Außenskeletts.

Fortpflanzung

Eine Nachzucht ist bei geeigneten Bedingungen grundsätzlich denkbar, lässt sich für den unbestimmten Handelsstamm jedoch nicht sicher vorhersagen. Zur Geschlechtsbestimmung werden bei reifen Männchen die zu Begattungsorganen umgebildeten Beinpaare im vorderen Körperbereich beurteilt; bei kleinen oder noch nicht ausgewachsenen Tieren ist das oft schwierig. Nach der Paarung legen Weibchen ihre Eier geschützt im Substrat ab, teils in kleinen Kammern oder aus Erdmaterial geformten Hüllen. Eier und frisch geschlüpfte Jungtiere sind beim Durchsieben des Bodens leicht zu übersehen. Der Bodengrund sollte deshalb nur abschnittsweise und möglichst selten erneuert werden. Jungtiere benötigen besonders feines, nährstoffreiches Substrat mit Laub, Weißholz und Kalzium. Angaben zu Gelegegröße, Entwicklungsdauer und saisonalen Auslösern wären ohne genaue Artbestimmung spekulativ. Unterschiedliche Handelsformen sollten nicht gemeinsam zur Zucht angesetzt werden, solange ihre taxonomische Identität ungeklärt ist.

Endgröße und Lebenserwartung

Da Spirobolus sp. keine Artbestimmung darstellt und der Zusatz „Silber“ taxonomisch nicht eindeutig zugeordnet ist, kann für diesen Handelsstamm keine verlässliche Endgröße genannt werden. Körperlänge, Umfang und Färbung können zudem mit Alter, Geschlecht und Häutungsstadium variieren. Das Terrarium sollte deshalb nicht nach einer angenommenen Maximalgröße knapp geplant werden, sondern ausreichend Reserve bei Grundfläche und Substrattiefe bieten. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.

Wehrsekrete und Sicherheit

Bei Störung rollen sich die Tiere gewöhnlich spiralig ein und schützen so Beine und weiche Körperunterseite. Zusätzlich können Vertreter der Spirobolida ein Wehrsekret aus seitlichen Drüsenöffnungen abgeben. Dieses kann unangenehm riechen, die Haut vorübergehend verfärben und bei empfindlichen Personen Reizungen auslösen. Kontakt mit Augen, Mund, Schleimhäuten und verletzter Haut ist unbedingt zu vermeiden. Die Tiere sollten möglichst im Terrarium beobachtet und nur bei notwendigen Umsetzungen mit ruhigen Bewegungen aufgenommen werden. Dabei muss der gesamte Körper unterstützt werden; ein Festhalten oder Ziehen an einzelnen Körperabschnitten ist zu unterlassen. Nach jedem Kontakt sind die Hände gründlich zu waschen. Kinder sollten das Tier nur unter Aufsicht berühren, Haustiere dürfen keinen Zugang zum Terrarium erhalten.

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