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Thailändischer Weißkopf-Tausendfüßer, Coxobolellus albiceps

Kompakte Art

Bleibt mit etwa 3 bis 6 cm angenehm platzsparend.

Lebendes Substrat

Laubhumus und Weißholz bilden Nahrung und Rückzugsraum.

Sanfter Feuchteverlauf

Feucht halten, zugleich Staunässe konsequent vermeiden.

Spannende Farbformen

Grüne bis braune Tiere tragen stets helle Körperpartien.

Thailändischer Weißkopf-Tausendfüßer, Coxobolellus albiceps


Auf einen Blick: Thailändischer Weißkopf-Tausendfüßer, Coxobolellus albiceps
Deutscher Name:Thailändischer Weißkopf-Tausendfüßer
Wissenschaftlich:Coxobolellus albiceps
Synonyme:Thai White-Headed Millipede
Herkunft:Nördliches und nördliches Zentralthailand
Lebensweise:Bodenbewohnender Zersetzer der Laubstreu, zeitweise grabend
Gruppenhaltung:Ruhig; bei ausreichendem Raum und Futter in kleinen Gruppen haltbar
Mindestgröße des Terrariums:Für wenige Tiere etwa ab 20 × 20 × 20 cm mit tiefer Bodenschicht
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Warm bei etwa 22–26 °C; feuchtes Substrat mit gutem Luftaustausch
Bodengrund und Substrattiefe:Mindestens 8–10 cm Laubwaldhumus mit viel Laub und weißfaulem Holz
Futter:Verrottendes Laub und Weißholz, ergänzt durch wenig Gemüse
Kalziumversorgung:Sepiaschale oder eine andere reine Kalziumquelle dauerhaft anbieten
Häutung:Häutet sich verborgen im Substrat und darf dabei nicht gestört werden
Fortpflanzung:Zur gezielten Nachzucht liegen kaum artspezifische Angaben vor
Maximale Größe:Etwa 3–6 cm lang und rund 3,2–4,8 mm kräftig
Wehrsekrete und Vorsichtsmaßnahmen:Rollt sich ein und kann ein färbendes, reizendes Wehrsekret abgeben
Im Detail: Thailändischer Weißkopf-Tausendfüßer, Coxobolellus albiceps

Herkunft und Lebensraum von Thailändischer Weißkopf-Tausendfüßer (Coxobolellus albiceps)

Coxobolellus albiceps stammt aus Thailand und ist bislang aus den Provinzen Nan, Phrae, Chiang Rai und Phitsanulok bekannt. Damit liegt das belegte Verbreitungsgebiet im Norden und im nördlichen Teil Zentralthailands. Nachweise gelangen unter anderem im Umfeld von Höhlen, bewaldeten Kalksteinlandschaften und Wasserfällen. Daraus sollte jedoch nicht abgeleitet werden, dass die Art ein reiner Höhlenbewohner ist. Vertreter der Gattung Coxobolellus werden vor allem unter feuchter Laubstreu gefunden, gelegentlich auch in morschem Holz oder an Baumstämmen. Für die Terrarienhaltung ist daher eine naturnahe Laubwaldbodenschicht wichtiger als eine felsige Höhleneinrichtung. Das ursprüngliche Mikroklima ist warm und wird am Boden durch Laub, Humus und Totholz gegen schnelle Austrocknung gepuffert. Gleichzeitig sorgen lockeres Material und die Struktur des Waldbodens für Luftaustausch. Die Fundorte zeigen, dass Verstecke, organisches Material und eine beständige Grundfeuchte zentrale Bestandteile des Lebensraums sind. Die Art wurde erst 2020 wissenschaftlich beschrieben; entsprechend begrenzt sind bislang die veröffentlichten Beobachtungen zu ihrer Lebensweise im Freiland.

Lebensweise und Gruppenhaltung

Dieser kleine Tausendfüßer lebt überwiegend am und im Waldboden. Er durchwandert die Laubschicht, zieht sich unter Holzstücke zurück und gräbt sich bei Ruhe, Trockenheit oder vor einer Häutung ein. Seine wichtigste ökologische Aufgabe ist die Zerkleinerung bereits abgestorbenen Pflanzenmaterials. Im Terrarium zeigt er sich daher nicht ständig offen, sondern verschwindet regelmäßig für längere Zeit im Substrat. Das ist meist normales Verhalten. Korkrinde, Laubansammlungen und weiches, morsches Laubholz schaffen geschützte Bereiche. Häufiges Herausnehmen oder Umgraben nimmt den Tieren ihre Rückzugsmöglichkeiten und sollte unterbleiben.

Terrarium

Für wenige Tiere eignet sich ein gut belüftetes Terrarium ab ungefähr 20 × 20 × 20 cm. Mehr Bodenfläche und Substratvolumen sind vorteilhaft, besonders wenn eine Gruppe gepflegt wird. Wichtiger als große Kletterhöhe ist eine mindestens 8–10 cm tiefe, locker eingefüllte Bodenschicht; gern darf sie noch höher ausfallen. Eine dicht schließende Abdeckung verhindert Ausbrüche, während feine Lüftungsflächen verbrauchte, stehende Luft vermeiden. Flache Rindenstücke und Laub dienen als Deckung. Dekoration muss sicher aufliegen und darf grabende Tiere nicht einklemmen oder unter sich begraben.

Nahrhafter Bodengrund und Substrattiefe

Das Substrat ist zugleich Lebensraum und Hauptnahrung. Geeignet ist ungedüngter Laubwaldhumus, reichlich zerkleinertes, pestizidfreies Laub von geeigneten Laubbäumen sowie deutlich sichtbare Anteile weich zersetzten Weißholzes. Flake Soil kann einen Teil der Mischung ergänzen. Reine Kokosfaser, sterile Terrarienerde oder überwiegend mineralische Böden sind als Dauergrund ungeeignet, weil ihnen der notwendige Nährwert fehlt. Eine geschlossene Laubdecke schützt die Oberfläche vor Austrocknung und wird nach und nach gefressen. Verbrauchtes Material sollte portionsweise ergänzt werden; ein vollständiger Substratwechsel stört das Bodengefüge und kann unbemerkte Häutungskammern oder Jungtiere gefährden.

Klima und Beleuchtung

Als vorsichtiger Haltungsbereich bieten sich etwa 22–26 °C an. Im Handel genannte, weiter gefasste Werte beziehen sich teilweise auf Tiere mit unsicherer Bestimmung und sollten nicht unkritisch übertragen werden. Das Substrat wird gleichmäßig leicht feucht gehalten, ohne nass oder schlammig zu werden. Sinnvoll ist ein Feuchteverlauf: Ein Bereich darf oberflächlich etwas abtrocknen, während tiefere Schichten und eine geschützte Ecke feucht bleiben. Kondenswasser, muffiger Geruch oder dauerhaft durchnässter Boden sprechen für zu viel Wasser oder zu wenig Belüftung. Wärmequellen gehören, falls überhaupt erforderlich, seitlich an das Becken und nicht unter den Bodengrund, damit eingegrabene Tiere kühlere Zonen aufsuchen können.

Fütterung und Kalziumversorgung

Die Grundversorgung erfolgt über das nährstoffreiche Substrat. Verrottendes Laub und weißfaules Laubholz müssen deshalb ständig verfügbar sein und regelmäßig ergänzt werden. Kleine Portionen von Zucchini, Kürbis, Süßkartoffel, Karotte oder Gurke können gelegentlich als Zusatzfutter angeboten werden. Saftreiches Gemüse ersetzt jedoch weder Laub noch Holz. Reste werden entfernt, bevor sie schimmeln oder gären. Obst sollte wegen seines hohen Zuckeranteils nur selten gegeben werden. Sämtliches Futter muss frei von Pflanzenschutzmitteln sein. Eine abwechslungsreiche Auswahl unterschiedlicher geeigneter Laubarten fördert ein strukturreiches, dauerhaft nutzbares Nahrungssubstrat.

Häutung im Substrat

Zum Wachstum zieht sich Coxobolellus albiceps in das Substrat zurück und häutet sich dort geschützt. Während dieser Phase kann ein Tier über längere Zeit unsichtbar bleiben. Die Häutungskammer darf weder freigelegt noch zusammengedrückt werden, da der neue Panzer zunächst weich und verletzlich ist. Auch ein vermeintlich regungsloses Tier sollte nicht vorschnell ausgegraben werden. Gleichmäßige Feuchtigkeit, tiefes Substrat, Kalzium und möglichst wenige Störungen sind jetzt besonders wichtig. Nach der Häutung wird die abgestreifte Hülle gewöhnlich verwertet und sollte im Becken verbleiben.

Fortpflanzung

Verlässliche, detaillierte Zuchtberichte speziell zu Coxobolellus albiceps sind kaum verfügbar. Für einen Zuchtversuch werden mehrere sicher bestimmte, ausgewachsene Tiere und dauerhaft stabile Haltungsbedingungen benötigt. Geschlechtsmerkmale lassen sich bei adulten Männchen an umgebildeten Beinpaaren beziehungsweise den Begattungsorganen erkennen, sind bei dieser kleinen Art jedoch nicht immer leicht zu beurteilen. Eier und Jungtiere entwickeln sich im Substrat und können bei Bodenarbeiten leicht übersehen werden. Deshalb sollte die Bodenschicht nur abschnittsweise gepflegt und niemals routinemäßig vollständig ausgetauscht werden. Sehr kleine Jungtiere benötigen besonders feines, gut zersetztes Laub- und Holzmaterial.

Endgröße und Lebenserwartung

Ausgewachsene Männchen und Weibchen erreichen nach der wissenschaftlichen Beschreibung ungefähr 3–6 cm Körperlänge. Der Durchmesser liegt je nach Geschlecht, Größe und Farbform etwa zwischen 3,2 und 4,8 mm. Die Art ist farblich und hinsichtlich der Körpergröße variabel: Neben dunkelgrünen und grünen Tieren kommen kleinere braune Formen vor. Antennen, Halsschild, Beine und der hintere Körperfortsatz bleiben auffallend beige bis blass gefärbt. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.

Wehrsekrete und Sicherheit

Bei Störung rollt sich der Tausendfüßer eng zusammen und schützt so Beine und weichere Körperbereiche. Zusätzlich können Tausendfüßer Wehrsekrete abgeben. Diese Flüssigkeit kann Haut und Textilien verfärben und bei empfindlichen Personen Reizungen verursachen. Die Tiere sollten daher möglichst im Terrarium beobachtet und nur selten angefasst werden. Nach unvermeidbarem Kontakt sind die Hände gründlich zu waschen; Augen, Mund und Schleimhäute dürfen nicht berührt werden. Für kleine Kinder ist der unbeaufsichtigte Umgang ungeeignet. Ein Sturz kann den schmalen Körper schwer verletzen.

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