Zwergziersalmler „Amaya“, Nannostomus sp.
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Zwergziersalmler „Amaya“, Nannostomus sp.
| Deutscher Name: | Zwergziersalmler „Amaya“ |
| Wissenschaftlich: | Nannostomus sp. |
| Synonyme: | Scharlachroter Zwergziersalmler, Roter Zwergziersalmler Amaya, Rio-Amaya-Ziersalmler, Super Red Pencilfish, Really Red Pencilfish, Nannostomus sp. Rio Amaya |
| Herkunft: | Peru, Einzugsgebiet des Rio Marañón (Rio Amaya); bislang unbeschriebene Form, meist Wildfang |
| Gesellschafts-Aquarium: | Friedlicher Schwarmfisch; Gruppe ab 8 bis 10 Tieren, mit ruhigen kleinen Beifischen |
| Wasserwerte: | Weich und sauer: pH etwa 5,0–7,0, GH bis ca. 12 °dH, sehr keimarm; Huminstoffe vorteilhaft |
| Temperatur: | ca. 23–27 °C |
| Beckengröße: | ab 60 cm Kantenlänge (ca. 54–60 Liter), für größere Gruppen mehr |
| Bepflanzung: | Dunkler Sand, Wurzeln, Laub, Schwimmpflanzen; gedämpftes Licht, gut abgedeckt |
| Futter: | Feines Lebend- und Frostfutter (Artemia, Cyclops, Daphnien), feine Trockenkost als Ergänzung |
| Geschlechts-Unterschiede: | Nicht gesichert; Männchen oft intensiver rot, Weibchen blasser |
| Zucht möglich: | Selten berichtet; Nachzucht gilt als anspruchsvoll, Freilaicher in weichem, saurem Wasser |
| Maximale Größe: | ca. 3–4 cm (aktuelle Lieferware 2,5–3,5 cm) |
| Liefergröße: | ca. 2,5-3,5 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | Erwachsene Garnelen meist unproblematisch, Garnelennachwuchs gefährdet |
Herkunft von Zwergziersalmler „Amaya“ (Nannostomus sp.)
Der Zwergziersalmler „Amaya“ gehört zur Gattung Nannostomus, die in Südamerika zu Hause ist. Dieser Fisch stammt aus Peru und wird nach dem Rio Amaya benannt, einem dunklen Schwarzwasserbach im Einzugsgebiet des Rio Marañón, also im Oberlauf des Amazonas. Das Wasser dort ist durch Huminstoffe cola- bis rotbraun gefärbt, sehr weich und deutlich sauer. Die Lebensräume beschreiben Importeure als schattige, sandige Waldbäche mit wenig bis gar keinen Unterwasserpflanzen. Dafür sind Laub, Wurzeln und überhängende Vegetation typisch. Bekannt wurde der Fisch erst vor wenigen Jahren, als Fotos eines leuchtend roten Zwergziersalmlers auftauchten. In Handel und Literatur läuft er unter Namen wie „Rio Amaya“, „Super Red“ oder „Really Red“; manchmal kursiert auch der Name „Cenepa“, dessen Zuordnung unklar ist. Wissenschaftlich ist die Art bislang nicht beschrieben. Es ist offen, ob es sich um eine eigenständige Art oder um eine auffällige Farbform eines bekannten Verwandten handelt. Als nahe Verwandte werden der Korallenrote Zwergziersalmler (Nannostomus mortenthaleri) und der Purpur-Ziersalmler (Nannostomus rubrocaudatus) genannt. Die Tiere im Handel sind überwiegend Wildfänge. Deshalb sind sie empfindlicher als lange nachgezüchtete Aquarienfische und sollten behutsam eingewöhnt werden.
Vergesellschaftung
Wie die meisten Zwergziersalmler ist auch die Amaya-Form ein ausgesprochen friedlicher Schwarmfisch. Die Händlerangaben zur Gruppengröße reichen von mindestens sechs bis zu zehn Tieren. Wir empfehlen, eher mit acht bis zehn Fischen zu starten. In einer größeren Gruppe zeigen die Tiere mehr Ruhe, schwimmen freier und die Farbe kommt besser zur Geltung. Einzeln oder in Kleinstgruppen ziehen sie sich oft zurück und wirken blass. Die Männchen können untereinander kleine Rangeleien austragen, die aber meist harmlos bleiben. Passende Gesellschafter sind ruhige, kleine Arten mit ähnlichen Ansprüchen, etwa kleine Salmler, Zwerg-Rasboras, Panzerwelse oder Zwergharnischwelse. Wichtig ist, dass die Beifische nicht hektisch sind und den Zwergen kein Futter wegschnappen. Große, wuselige oder kräftig fressende Arten passen nicht. Verträglichkeiten mit anderen Arten sind für diese junge Handelsform kaum dokumentiert, daher gilt: lieber zurückhaltend vergesellschaften und die Gruppe beobachten. Ein Becken, das nicht zu dicht besetzt ist, tut dem Wohlbefinden dieser Tiere gut.
Passende Wasserparameter
Die Amaya-Form stammt aus extrem weichem, saurem Schwarzwasser. Händler berichten dennoch, dass sie sich bei etwa pH 6,5 und mittlerem Leitwert von rund 250 µS erfolgreich halten lässt. Die Angaben reichen insgesamt von pH 4,0 bis 7,5 und von sehr weichem Wasser bis etwa 12 °dH. Als sicherer Bereich bietet sich pH 5,0 bis 6,5 und eine Gesamthärte unter etwa 8 °dH an. Entscheidender als der Zahlenwert ist die Wasserqualität. Die Fische reagieren empfindlich auf Keime und Nitrat. Nötig sind ein gut eingefahrenes Becken, regelmäßige kleine Wasserwechsel und ein leistungsfähiger Filter mit mäßiger Strömung. Manche Pfleger setzen zusätzlich einen UV-C-Klärer ein. Huminstoffe, Erlenzapfen oder Laub dunkeln das Wasser ab und ahmen den Naturstandort nach. Neu eingesetzte Tiere gewöhnt man am besten langsam und tropfenweise an. Da es sich um Wildfänge handelt, sind Abweichungen zwischen den Angaben möglich; im Zweifel gilt: lieber weicher und sauberer als härter und nährstoffreicher.
Haltungstemperatur
Für die Amaya-Form sind Temperaturen zwischen etwa 23 und 27 °C üblich. Die Angaben im Handel streuen von 22 bis 29 °C. Wir empfehlen einen Bereich um 24 bis 26 °C. Das entspricht dem Regenwaldbach, aus dem die Tiere kommen, und belastet das Wasser nicht unnötig mit Wärme. Höhere Temperaturen beschleunigen den Stoffwechsel und fördern Keime. Das ist bei diesen empfindlichen Wildfängen nicht erwünscht. Die genaue Temperatur am Naturstandort ist nicht belegt. Wichtig ist, dass sie stabil bleibt und nicht stark schwankt. Ein zuverlässiger Heizer mit Thermostat und ein Thermometer sind sinnvoll.
Beckengröße
Für eine Gruppe dieser kleinen Fische empfehlen Händler Aquarien ab 60 cm Kantenlänge. Das entspricht etwa 54 bis 60 Litern. Wer acht bis zehn Tiere pflegen möchte und eventuell Beifische ergänzt, ist mit etwas mehr Volumen besser beraten. Ein langes Becken ist wichtiger als ein hohes, weil die Fische gern in der mittleren und oberen Wasserschicht schwimmen. Die Fische springen gern, daher gehört eine gut schließende Abdeckung unbedingt dazu. Das Becken sollte zudem nicht überbesetzt sein, denn die Wasserqualität ist für diese Wildform entscheidend.
Bepflanzung
Im Naturstandort wachsen kaum Unterwasserpflanzen; die Bäche sind sandig, dunkel und laubreich. Im Aquarium bewährt sich daher ein naturnahes Schwarzwasserbecken. Feiner, heller bis dunkler Sand oder feiner Kies bilden den Boden. Wurzeln, Äste und Laub schaffen Verstecke und geben Huminstoffe ab. Schwimmpflanzen wie Salvinia oder Muschelblumen dämpfen das Licht, ergänzend passen schattenverträgliche Arten wie Moose, Farne oder Anubias. Die Fische zeigen sich in gedämpftem Licht sicherer und färben sich intensiver. Zwischen den Strukturen sollten freie Schwimmflächen bleiben. Die Abdeckung muss dicht sein, weil die Tiere springen können.
Futter
Nannostomus haben kleine Mäuler und brauchen entsprechend feines Futter. Am besten eignet sich kleines Lebend- und Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Cyclops, Copepoden, Daphnien oder Mückenlarven. Daneben nehmen die meisten Tiere feine Flocken oder sehr kleine Granulate an. Wildfänge brauchen mitunter einige Tage, bis sie Trockenfutter akzeptieren. Mehrere kleine Portionen am Tag sind besser als eine große. Nicht gefressene Reste sollten entfernt werden, damit die Wasserqualität stabil bleibt. Ein Futter mit natürlichen Carotinoiden wie Astaxanthin kann die Rotfärbung unterstützen.
Geschlechtsunterschiede
Die Geschlechter sind bei dieser jungen Handelsform nicht sicher belegt. Einige Importeure berichten, dass Männchen fast einheitlich scharlachrot gefärbt sind, bis in die Rückenflosse, mit schwarzen und weißen Säumen an Schwanz- und Afterflosse. Weibchen sollen blasser sein, mit Rot hauptsächlich auf Rückenflosse und Kiemendeckel. Andere Quellen halten beide Geschlechter für ähnlich gefärbt oder vermuten unterschiedliche Farbvarianten. Wir raten daher zur Vorsicht bei der Geschlechtsbestimmung. Besonders bei Jungtieren und Neuimporten ist sie schwierig.
Zucht
Zur Nachzucht der Amaya-Form liegen bislang nur wenige belastbare Erfahrungen vor. Händler beschreiben sie als möglich, aber anspruchsvoll. Wie andere Zwergziersalmler laicht die Art vermutlich frei zwischen feinfiedrigen Pflanzen oder Laichmops ab. Üblich ist ein separates Becken mit weichem, leicht saurem, sehr sauberem Wasser und gedämpftem Licht. Die Eier schlüpfen nach ein bis drei Tagen, je nach Temperatur. Die Jungfische sind winzig und brauchen zunächst Infusorien oder Rotatorien, später frisch geschlüpfte Artemia. Die Elterntiere fressen Laich gern, daher sollte man sie nach dem Ablaichen abfangen. Aussagen zu Zuchterfolgen dieser Form sind unsicher.
Endgröße
Ausgewachsen erreichen die Tiere nach Händlerangaben etwa 3 bis 4 cm. Die Angaben reichen von knapp 3 cm bis 4 cm. Die aktuell gelieferten 2,5 bis 3,5 cm entsprechen daher meist fast ausgewachsenen oder schon erwachsenen Fischen. Die Rotfärbung kann sich in den ersten Wochen nach dem Import noch verändern. Sie ist abhängig von Stimmung, Futter und Wasser.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Erwachsene Garnelen sind für diese kleinen Fische in der Regel zu groß und zu wehrhaft. Mit Zwerggarnelen wie Neocaridina oder Caridina ist die Haltung im gleichen Becken daher meist möglich. Der Garnelennachwuchs ist dagegen gefährdet. Winzige Jungtiere passen ins Maul eines Zwergziersalmlers und werden vermutlich gelegentlich gefressen, besonders im Schwarm. Dichte Verstecke aus Moos, Laub und Wurzeln helfen, dass einige Jungtiere durchkommen. Für die Amaya-Form liegen keine gesicherten Erfahrungsberichte vor, das ist eine vorsichtige Einschätzung aus der Gattung. Zudem sind die Wasserwerte (sehr weich, sauer) nicht für alle Garnelenarten ideal.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Wie gewöhne ich Zierfische nach der Ankunft ein?
Um Stress und Temperaturschocks zu vermeiden, sollten neue Zierfische langsam eingewöhnt werden:
- Beutel schwimmen lassen – Legen Sie den verschlossenen Transportbeutel für ca. 20–30 Minuten auf die Wasseroberfläche des Aquariums, damit sich die Temperatur angleicht.
- Wasser schrittweise mischen – Öffnen Sie den Beutel vorsichtig und geben Sie alle 5–10 Minuten kleine Mengen Aquariumwasser hinzu, bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat (Dauer: ca. 45–90 Minuten).
- Fische umsetzen – Setzen Sie die Fische mit einem Kescher ins Aquarium, ohne das Transportwasser einzubringen, um Verunreinigungen zu vermeiden.
- Licht reduzieren – Dimmen Sie die Beleuchtung oder schalten Sie sie für einige Stunden aus, um den Stress zu minimieren.
- Erste Fütterung – Füttern Sie erst nach einigen Stunden oder am nächsten Tag, damit sich die Fische in Ruhe an die neue Umgebung gewöhnen können.
Durch diese langsame Eingewöhnung passen sich die Fische optimal an die neuen Wasserwerte an.
Wie werden Zierfische versendet?
Fische sind Wirbeltiere und werden von uns, den gesetzlichen Bestimmungen folgend, mit einem dafür zugelassenen Tierkurier (GO!) per Übernachtexpress versendet. Der Versand aller Zierfische erfolgt ganzjährig immer in einer hochwertigen, dickwandigen Styroporbox. Bei hohen Außentemperaturen werden die Fische mit zusätzlichem Wasservolumen vor Hitze geschützt. Im Winter legen wir zum Schutz vor Kälte Heatpacks bei und sorgen ggf. für eine zusätzliche Isolierung durch die Verwendung einer wärmereflektierende Spezialfolie als zusätzliche Isolierungschicht.
Je nach Art reisen die Fische entweder in kleineren Gruppen oder einzeln verpackt.
Wie kann ich Krankheiten bei Aquarienfischen vermeiden?
Damit deine Fische gesund und munter bleiben, sind einige grundlegende Maßnahmen erforderlich. Viele Fischkrankheiten entstehen durch schlechte Wasserqualität, Stress oder falsche Ernährung. Mit den folgenden Tipps kannst du das Risiko minimieren und für ein gesundes Aquarium sorgen.
1. Optimale Wasserqualität sicherstellen
- Regelmäßige Wasserwechsel durchführen (ca. 20-30 % alle 1-2 Wochen).
- Wichtige Wasserwerte kontrollieren:
- Temperatur (je nach Fischart passend einstellen)
- pH-Wert (artgerechter Bereich)
- Ammoniak & Nitrit: IMMER 0 mg/l (giftig für Fische)
- Nitrat: unter 25 mg/l (bei hohen Werten Wasser wechseln)
- Kein Chlor oder Schwermetalle im Wasser! Falls nötig, Wasseraufbereiter nutzen.
2. Gesunde Ernährung bieten
- Abwechslungsreiche Kost: Trockenfutter, Frostfutter (z. B. Artemia, Mysis), Lebendfutter (z. B. Wasserflöhe) und pflanzliche Nahrung (je nach Fischart).
- Überfütterung vermeiden: Fische sollten das Futter in 1-2 Minuten komplett fressen. Reste entfernen, um das Wasser nicht zu belasten.
- Spezialfutter je nach Art: Bodenfresser brauchen sinkendes Futter, Oberflächenfresser Flocken oder Granulat.
3. Neue Fische richtig eingewöhnen
- Langsame Anpassung: Neue Fische mit der Tropf-Methode oder schrittweiser Wasserzugabe an das Aquarium gewöhnen.
- Quarantäne für neue Fische: Falls möglich, 2-4 Wochen in einem separaten Becken halten, um Krankheiten nicht ins Hauptaquarium einzuschleppen.
- Transportwasser entsorgen: Neue Zierfische immer mit dem Kescher ins Becken geben, das Transportwasser entsorgen.
4. Stress vermeiden
- Artgerechte Vergesellschaftung: Keine aggressiven Fische mit friedlichen Arten mischen.
- Ausreichend Verstecke bieten (Pflanzen, Wurzeln, Höhlen).
- Keine plötzlichen Temperatur- oder Wasserwechsel – Fische reagieren empfindlich auf starke Schwankungen.
- Nicht zu viele Fische im Becken halten – Überbesatz führt zu Stress und Krankheiten.
5. Krankheiten frühzeitig erkennen
- Symptome wie weiße Punkte (Ichthyophthirius/“Pünktchenkrankheit“), Pilzbeläge, oder abstehende Schuppen können auf Krankheiten hinweisen.
- Verändertes Verhalten (z. B. schnelle Atmung, apathisches Verhalten, Schaukeln, Reiben an Gegenständen) kann ein frühes Warnzeichen sein.
- Infizierte Fische sofort isolieren und bei Bedarf mit geeigneten Medikamenten behandeln.
6. Aquariumpflege & Hygiene beachten
- Filter regelmäßig warten, aber nie komplett reinigen (sonst gehen wichtige Bakterien verloren).
- Bodengrund absaugen, um Futterreste und Kot zu entfernen.
- Keine Chemikalien oder Seifen beim Reinigen des Aquariums verwenden – nur Wasser oder spezielle Aquarienreiniger nutzen.
Wenn du diese Tipps beachtest, bleiben deine Fische gesund und das Aquarium stabil!
Geschlechtsauswahl bei unseren Fischen
Wenn wir eine gezielte Auswahl des Geschlechts bei Tieren vornehmen können ist dies immer direkt am Artikel angegeben. Bei vielen Tieren geht das leider aus verschiedenen Gründen nicht. Zum Beispiel weil bei Jungtieren die Färbung beider Geschlechter identisch ist, weil es keine äußeren Geschlechtsmerkmale gibt, weil wir beispielsweise immer nur ein Geschlecht geliefert bekommen oder aus diversen anderen Gründen.
Wir versuchen immer den Wünschen unserer Kunden nachzukommen wenn das irgendwie möglich ist.