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Hardwicks Lippfisch, Thalassoma hardwicke
| Deutscher Name: | Hardwicks Lippfisch |
| Wissenschaftlich: | Thalassoma hardwicke |
| Synonyme: | Sechsbinden-Lippfisch, Hardwicke-Lippfisch, Hardwicks Junker, Sixbar Wrasse, Six-banded Wrasse, Hardwicke Wrasse |
| Herkunft: | Tropischer Indopazifik, von Ostafrika bis zu den Inseln des westlichen Pazifiks |
| Riffaquarium-tauglich: | Bedingt geeignet gegenüber Steinkorallen, ungeeignet für Garnelen, Krebse, Schnecken, Muscheln und andere Wirbellose |
| Verträglichkeit: | Am besten einzeln; nur mit wehrhaften, ähnlich großen Fischen, nicht mit Kleinfischen unter 4 cm |
| Wasserwerte: | Dichte 1,023–1,025 (ca. 33–35 ‰ Salzgehalt), pH 8,1–8,4, KH 7–10 °dKH |
| Temperatur: | 24–27 °C |
| Beckengröße: | ab ca. 800 Liter, mit viel freiem Schwimmraum und Feinsandboden |
| Futter: | Fleischfresser: Mysis, Krill, Artemia und andere Frostfuttersorten, später Granulat und Flocken |
| Schwierigkeitsgrad: | Nur für erfahrene Halter |
| Geschlechts-Unterschiede: | Männchen farbintensiver, zur Laichzeit mit dunklem Fleck in der Schwanzflosse |
| Zucht möglich: | Freilaicher im Freiwasser; Nachzucht im Aquarium nicht etabliert |
| Maximale Größe: | meist 15–20 cm, in Einzelfällen bis ca. 22–25 cm; Lebenserwartung grob 5–8 Jahre |
| Liefergröße: | ca. 7,0-9,0 cm |
Herkunft von Hardwicks Lippfisch (Thalassoma hardwicke)
Hardwicks Lippfisch ist im tropischen Indopazifik weit verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet reicht von der ostafrikanischen Küste und Madagaskar über den Indischen Ozean und Indonesien bis nach Südjapan, zu den Philippinen, Nordaustralien und vielen Inselgruppen des westlichen und zentralen Pazifiks. Dort lebt er in flachen Lagunen, an Riffdächern, Riffhängen und entlang von Steilwänden, meist von der Wasseroberfläche bis in etwa 15 Meter Tiefe. Tagsüber ist er ein rastloser Schwimmer, der große Streifgebiete abpatrouilliert, bewegt sich einzeln oder in kleinen, lockeren Gruppen und sucht auf dem Riff nach Krebstieren, kleinen Fischen, Fischeiern, Fischlarven und Foraminiferen. Nachts verkriecht er sich in Spalten oder gräbt sich im Sand ein. Optisch ist er unverwechselbar: Der Körper schimmert hellgrün bis weißlich, auf dem Rücken sitzen dunkle Binden, die letzten beiden greifen sattelartig über den Schwanzstiel, und bei größeren Tieren ziehen rosafarbene Linien vom Auge über den Kopf. Die Art gilt in der Natur als nicht gefährdet und wird gelegentlich für den Zierfischhandel gefangen. Nach vorliegenden Angaben stammen die angebotenen Tiere ganz überwiegend aus Wildfängen. Für diesen Artikel ist keine Nachzucht angegeben, daher gehen wir nicht von einer solchen aus.
Eignung für das Riffaquarium
Hardwicks Lippfisch ist kein klassischer Riffaquarienfisch. Gegenüber Steinkorallen ist er bedingt geeignet: Er knabbert Korallen in der Regel nicht gezielt an, wühlt aber auf der Suche nach Beute Sand und Steine um und kann kleine, lose sitzende Korallenstücke verschieben. Er frisst Acropora-Strudelwürmer, was manche Halter schätzen, jagt aber ebenso Borstenwürmer, Schnecken und andere Bodenbewohner. Gegenüber Garnelen, Einsiedlern, Krebsen, Muscheln, Seesternen und anderen Wirbellosen ist er ungeeignet; sie stehen ganz oben auf seinem Speiseplan. Auch kleine Fische unter etwa 4 cm werden als Futter betrachtet. Wer Wirbellose pflegen möchte, sollte die Art nicht einsetzen. Sie passt am ehesten in ein großes, fischdominiertes Becken oder in ein robust besetztes Riffbecken, bei dem Verluste an Bodenbewohnern einkalkuliert werden.
Vergesellschaftung und Verhalten
Hardwicks Lippfisch ist ein tagaktiver, kräftiger Schwimmer mit ausgeprägtem Territorialverhalten. Im Aquarium wird er mit zunehmender Größe oft ruppig, jagt Mitbewohner und kann kleinere oder friedliche Fische ernsthaft verletzen oder fressen. Am sichersten ist die Einzelhaltung. Mehrere Artgenossen oder weitere Thalassoma-Arten vertragen sich meist nur in sehr großen Becken mit vielen Sichtblockaden, und selbst dann sind Kämpfe möglich. Als Mitbewohner kommen wehrhafte, ähnlich große und robuste Fische in Frage, etwa größere Zwergkaiserfische, Kaiserfische oder gemäßigt aggressive Drückerfische, jeweils abhängig von Beckengröße und Charakter der Tiere. Ruhige, langsame oder schlanke Arten wie Seepferdchen, Seenadeln oder zarte Grundeln gehören nicht dazu. Sinnvoll ist es, den Lippfisch eher spät einzusetzen, damit er kein Revier verteidigt. Er braucht Höhlen und Spalten als Schlafplatz sowie freie Wasserflächen.
Wasserwerte und Temperatur
Gehalten wird Hardwicks Lippfisch in stabilem Meerwasser mit einer Dichte von 1,023 bis 1,025 (entspricht etwa 33 bis 35 ‰ Salzgehalt), einem pH-Wert von 8,1 bis 8,4 und einer Karbonathärte von etwa 7 bis 10 °dKH. Die Temperatur sollte bei 24 bis 27 °C liegen; kurzzeitig wird auch bis etwa 28 °C vertragen. Als kräftiger Fleischfresser belastet er das Wasser durch viel Futter und Ausscheidungen, deshalb sind eine leistungsfähige Abschäumung, regelmäßige Teilwasserwechsel und kräftige Strömung wichtig. Ein stabiler Wert ist wichtiger als das Erreichen einer exakten Zahl: Schwankungen bei Salzgehalt und Temperatur sollten vermieden werden. Nitrit und Ammonium müssen null sein, Nitrat möglichst niedrig. Ein feiner Sandboden von mehreren Zentimetern Tiefe erlaubt das natürliche Eingraben.
Aquarium und Einrichtung
Für ausgewachsene Tiere werden in der Regel mindestens etwa 800 Liter empfohlen. Einzelne Anbieter nennen deutlich kleinere Werte für Jungtiere, andere bis zu 1000 Liter. Entscheidend sind Länge und freie Schwimmfläche: Hardwicks Lippfisch ist sehr aktiv und braucht ein langes Becken ohne zu dichte Aufbauten. Die Dekoration sollte Höhlen und Spalten als Rückzug und Schlafplatz bieten, dazwischen muss offener Raum bleiben. Ein feiner Sandboden von mindestens 4 bis 5 cm ist sinnvoll, da sich die Tiere bei Schreck und zum Schlafen eingraben. Unverzichtbar ist eine fest sitzende, dicht schließende Abdeckung: Die Art springt gern und kann bei Erschrecken aus dem Becken schießen. Auch kleine Lücken bei Kabeln und Leitungen sollten geschlossen werden. Ein kleines Nachtlicht kann helfen, nächtliche Panik zu verringern.
Futter und Futterumstellung
Hardwicks Lippfisch ist ein aktiver Fleischfresser, der in der Natur Krebstiere, Fischbrut und andere kleine Beute jagt. Im Aquarium nimmt er gewöhnlich gut Frostfutter wie Mysis, Artemia, Krill und Muschel- oder Fischfleisch in passender Größe an, meist auch Lebendfutter. Trocken- und Granulatfutter wird nach der Eingewöhnung oft zusätzlich genommen. Beim Umstellen von Lebend- oder Frostfutter auf Granulat und Flocken hilft es, kleine Portionen zu mischen und das Trockenfutter mehrmals täglich anzubieten. Da die Tiere viel Energie verbrauchen, sind zwei bis drei kleine Mahlzeiten täglich sinnvoll, besonders bei Jungfischen. Wer Fische mit ähnlichem Futterbedarf hält, sollte darauf achten, dass langsamere Mitbewohner nicht leer ausgehen. Vitaminierte und abwechslungsreiche Kost unterstützt Farbe und Vitalität.
Eingewöhnung
Neu eingesetzte Tiere sollten langsam an Temperatur und Salzgehalt angeglichen werden, am besten mit der Tropfmethode über mindestens 45 bis 60 Minuten. Setzen Sie den Fisch bei gedimmtem Licht ein und halten Sie das Becken fest abgedeckt, denn gestresste Tiere springen leicht. Eine Quarantäne in einem separaten Becken mit Höhlen und Sandboden ist empfehlenswert, so lassen sich Krankheiten beobachten und das Fressverhalten festigen. Jungfische von 7 bis 9 cm sind oft noch scheu, graben sich ein und verstecken sich in den ersten Tagen. Das ist normal; bieten Sie ruhig kleine Portionen an. Im Hauptbecken sollte der Lippfisch nach Möglichkeit nach den schüchterneren Mitbewohnern eingesetzt werden. Nach dem Umsetzen empfiehlt es sich, die Aufbauten leicht umzugestalten, damit alle Fische neue Reviere ausbilden.
Geschlechtsunterschiede
Wie bei vielen Lippfischen sind die Geschlechter nicht leicht zu unterscheiden, und ein Geschlechtswechsel vom Weibchen zum Männchen ist bei dieser Gattung möglich. Männchen werden mit zunehmendem Alter farbintensiver, größer und kräftiger gezeichnet. Zur Laichzeit entwickeln sie ein deutlicheres Farbkleid und einen schwarzen Fleck in der Mitte der Schwanzflosse. Bei Jungtieren von 7 bis 9 cm ist eine sichere Bestimmung des Geschlechts nicht möglich.
Zucht
Hardwicks Lippfisch ist ein Freilaicher: Zur Laichzeit bilden Männchen und Weibchen Paare, steigen kurz im Freiwasser auf und geben Eier und Samen ab, die mit der Strömung treiben. Eine regelmäßige Vermehrung im Heimaquarium ist nicht etabliert. Die im Handel angebotenen Tiere stammen nach den vorliegenden Angaben überwiegend aus Wildfängen; für diesen Artikel liegt keine Angabe zur Nachzucht vor.
Endgröße und Lebenserwartung
Hardwicks Lippfisch wird meist 15 bis 20 cm lang, vereinzelt werden bis etwa 22 oder sogar 25 cm genannt. Die angebotenen Tiere mit 7 bis 9 cm sind also Jungfische und wachsen bei guter Pflege zügig. Zur Lebenserwartung gehen die Angaben auseinander: Als vorsichtige Spanne werden grob 5 bis 8 Jahre genannt, in geschützter Pflege vermutlich auch länger. Einzelne Handelsangaben mit deutlich höheren Werten sind nicht belastbar. Planen Sie daher langfristig, denn Platzbedarf und Wehrhaftigkeit nehmen mit der Größe deutlich zu.
| Temperaturbereiche: | Sehr warm (27-30°C) - viel heizen, Warm (24-26°C) - heizen |
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie werden Meerwassertiere versendet?
Meerwasserfische, Garnelen, Seesterne, Korallen und Anemonen versenden wir ausschließlich mit dem zugelassenen Tierkurier GO! im Übernachtexpress. Jedes Tier beziehungsweise jede Koralle reist einzeln in einem Beutel mit Meerwasser und Sauerstoff, verpackt in einer isolierten Styroporbox – bei kühler Witterung zusätzlich mit Wärmepack.
Meerwassertiere führen wir als Bestellware mit einer Lieferzeit von 2–5 Tagen. Bitte sorge dafür, dass die Sendung am Liefertag angenommen werden kann, damit die Tiere schnell ins Aquarium kommen.
Wie gewöhne ich Meerwassertiere nach der Ankunft ein?
Dimme zunächst das Licht im Aquarium. Lege die geschlossenen Beutel 15–20 Minuten auf die Wasseroberfläche, damit sich die Temperatur angleicht. Gib dann mit der Tropfmethode langsam Aquarienwasser in ein Gefäß mit den Tieren, bis sich Salzgehalt und pH-Wert angeglichen haben – bei Fischen etwa 30–45 Minuten, bei Garnelen, Seesternen und Seeigeln deutlich langsamer über 60–90 Minuten, denn sie reagieren empfindlich auf Salzgehaltsschwankungen.
Setze die Tiere anschließend um, ohne das Transportwasser ins Aquarium zu geben. Seesterne, Muscheln und Schwämme sollten dabei möglichst nicht an die Luft kommen. Lass das Licht am ersten Tag gedimmt und füttere erst am nächsten Tag.
Was muss ich bei Korallen und Anemonen beachten?
Gewöhne Korallen langsam an das Licht: Platziere sie anfangs etwas tiefer oder schattiger und setze sie erst nach einigen Tagen an ihren endgültigen Platz. Halte Abstand zu Nachbarkorallen, denn viele Arten bilden Nesselfäden. Achte auf eine zur Art passende Strömung.
Anemonen können wandern – sichere Pumpen und Überläufe deshalb mit einem Schutzkorb. Bei Krustenanemonen (Zoanthus, Palythoa) beim Umgang immer Handschuhe und Augenschutz tragen, da sie Palytoxin enthalten können; die Kolonien niemals abkochen, abbürsten oder unter Druck abspülen.
Welche Wasserwerte brauchen Meerwassertiere?
Die meisten Riffbewohner fühlen sich in diesem Rahmen wohl: Salzgehalt 33–35 ‰ (Dichte etwa 1,023–1,025 bei 25 °C), Temperatur 24–26 °C, pH-Wert 8,0–8,4, KH 7–9 °dH, Calcium 400–450 mg/l und Magnesium 1.250–1.350 mg/l bei niedrigen Nitrat- und Phosphatwerten. Wichtiger als einzelne Spitzenwerte ist, dass die Werte stabil bleiben.
Artspezifische Angaben findest du jeweils in der Artikelbeschreibung.